Zu: Georg Büchners "Woyzeck" - Interpretation zweier Szenen unter dem Kommunikationsaspekt

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GRIN Verlag, 2007 - 68 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universitat Regensburg, 14 + 1 online Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Gesellschaft setzt sich im Woyzeck" aus isolierten Einzelschicksalen zusammen. In ihr findet Woyzeck weder Zuneigung, Nahe, noch einen Ansprechpartner. Seine Umwelt bringt ihm zynische Gleichgultigkeit oder besorgte Verstandnislosigkeit" entgegen. Er ist allein mit seinem Schicksal. Versuche, sich der Aussenwelt mitzuteilen, durch Gesprache dem Gegenuber naher zu kommen schlagen fehl. Sowohl innerhalb einer Klasse, als auch klassenubergreifend, ist es den Figuren unmoglich, sich zu verstandigen, zu verstehen, aufeinander einzugehen. Alle denken, sprechen, fuhlen und handeln auf verschiedenen Ebenen. Gesprache trennen die Personen eher, als sie einander naher zu bringen. Diese Kommunikationslosigkeit spielt im Woyzeck" eine zentrale Rolle. Ihre Ursachen und Folgen, ihre Auswirkungen auf das menschliche Verhalten, sowie ihre Nahe zur Gewalt soll im Folgenden anhand der vierten Szene zwischen Marie und Woyzeck, sowie an der Woyzeck - Hauptmann Szene erlautert werden
 

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Contents

Büchners Leben und der geschichtliche Hintergrund des Woyzeck
3
Definition der Begriffe Gewalt und Kommunikation 8 2 1 Interpretation der vierten Szene
10
Nicht Kommunikation in der heutigen Gesellschaft
26
Copyright

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Common terms and phrases

Popular passages

Page 20 - Was soll ich dann mit den zehn Minuten anfangen, die Er heut zu früh fertig wird? Woyzeck, bedenk Er, Er hat noch seine schöne dreißig Jahr zu leben, dreißig Jahr!
Page 5 - Ich verachte niemanden, am wenigsten wegen seines Verstandes oder seiner Bildung, weil es in niemands Gewalt liegt, kein Dummkopf oder kein Verbrecher zu werden weil wir durch gleiche Umstände wohl alle gleich würden und weil die Umstände außer uns liegen.
Page 8 - Hund, Wulf D.: Kommunikation in der Gesellschaft. Demokratische Willensbildung oder manipulierte Meinung. Frankfurt a. M.: 1970, 77 S.
Page 12 - ... erklingt fröhlicher Leichtsinn, in der zweiten gibt sich schwer enttäuschte Gleichgültigkeit kund. »Ei, was frag ich danach; Sing ich den ganzen Tag. Heio popeio, mei Bu, juchhe! Gibt mir kein Mensch nix dazu.« Aber indem die Strophen unmittelbar aufeinander folgen, beleuchten sie sich gegenseitig. Marie fühlt sich von der sozialen Ordnung ausgeschlossen. Die Welt weist ihr »Hurenkind...
Page 10 - ... Willen, die Gestalt Gretchens an unmittelbarer Wahrheit und Echtheit zu übertreffen. Da ist die Szene, wie die Reuige in der Bibel die | Geschichte. von der Ehebrecherin liest: man mag an die Zwinger-Szene im >Faust< denken. Aber es gibt auch ein deutliches Gegenstück zu der Schmuck-Szene. Da sitzt Marie, ihr Kind auf dem Schoß, ein Stückchen Spiegel in der Hand...
Page 9 - Ausdrucksvermögens ein extrem wichtiger Abschnitt auf unserem Weg zur Individualität und damit auch zur Ausprägung unseres Verhaltens anderen Menschen gegenüber, also dessen, was wir als soziale Kompetenz bezeichnen."12 Sprache spielt eine wesentliche Rolle in der Sozialisation.

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