Zu: Anna Seghers - Das siebte Kreuz

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GRIN Verlag, 2007 - 72 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen, Note: 10, Universitat Autonoma de Barcelona, Veranstaltung: Deutsche Exilliteratur, 18 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: 10 entspricht der hochsten Bewertung in Spanien., Abstract: In der vorliegenden Seminararbeit uber den Roman "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers fuhre ich zunachst eine formale und gattungsspezifische Analyse des Werkes durch und gehe dann auf zwei spezifische Themen ein. Meine Arbeit besteht aus funf Teilen, die wiederum untergliedert sind. Der erste Textteil enthalt eine Kurzbiographie der Autorin Anna Seghers. Der zweite Textteil besteht aus einer kurzen Inhaltsangabe zum Roman und behandelt dann die formalen und gattungsspezifischen Aspekte. Unter 2.1. bestimme ich die Gattung des Romans und untersuche ihn im Rahmen der Literaturgeschichte, da diese Aspekte fur ein Literaturseminar unabdinglich sind. Unter 2.2. analysiere ich den Aufbau des Romans und gehe dabei genau auf die verschiedenen Zeitebenen und Erzahlperspektiven von Seghers Roman ein. Der dritte Textteil behandelt die inhaltlichen Aspekte des Buches. So werde ich unter 3.1. die Symbolik in Das siebte Kreuz analysieren. Ich halte dieses Thema fur interessant, da die Symbole den ganzen Roman durchziehen, einige dem Leser direkt ins Auge stechen, andere aber ohne eine genauere Lekture und Analyse vielleicht nicht gleich zu erkennen sind. Ohne ein gutes Verstandnis dieser Symbole jedoch geht meiner Meinung nach ein guter Teil des Romans "verloren." Unter 3.2. analysiere ich den Roman im Zusammenhang mit der Ideologie der Autorin Anna Seghers. Die Politik spielt sicherlich eine Rolle in vielen Romanen, vielleicht jedoch besonders in den Werken der deutschen Exilliteratur von 1933 bis 1945, aus diesem Grund halte ich die Analyse fur wichtig, auch wenn es sich um ein delikates, vielleicht sogar etwas subjektives Thema handelt. Die beiden letzten Teile der Arbeit be
 

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TEXTTEIL
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TEXTTEIL
7
TEXTTEIL 3
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BIBLIOGRAPHIE
29
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Popular passages

Page 22 - Auf der ersten Stufe nimmt der Künstler die Realität scheinbar unbewußt und unmittelbar auf, er nimmt sie ganz neu auf, als ob noch niemand vor ihm dasselbe gesehen hätte, das längst Bewußte wird wieder unbewußt; auf der zweiten Stufe aber handelt es sich darum, dieses Unbewußte wieder bewußt zu machen usw.
Page 22 - Künstlerisches' ist wie jener erste Vorgang. Doch wenn es unendlich wichtig ist, über diese erste Stufe der primären Reaktion auf die Wirklichkeit hinauszukommen, so ist es nicht minder wichtig, nie zu vergessen, daß eben jene primäre Reaktion die Vorbedingung ist, die Voraussetzung des künstlerischen Schaffens, ohne die man ebensowenig zu einer Synthese kommt wie ohne Methode.
Page 22 - Welt ganz zu entzaubern. Bei ihnen war jene primäre Reaktion (von der Tolstoi sagt, daß die ganze Wirklichkeit noch einmal völlig frisch und unbewußt auf den Menschen einwirken muß, damit er sie dann desto bewußter gestalten kann) vollständig verschüttet, oder sie war überhaupt nicht vorhanden.
Page 22 - Beschreiben" gelöst zu haben. Begabte Menschen waren darunter, man mußte sie nur zuerst auf ihr Grunderlebnis zurückbringen. Je bewußter nämlich der Mensch lebt, je klarer seine Einsicht ist in die gesellschaftlichen Zusammenhänge, desto schwerer kommt ihm im allgemeinen das, was Tolstoi nennt: „wieder unbewußt machen".
Page 22 - In den letzten fünf Jahren sind öfters Genossen zu mir gekommen, begabte und wenig begabte und unbegabte, im Vollbesitz der Methode des Realismus, Gestalter, nicht Beschreiber, so glaubten sie wenigstens. Was mit dem »Zauberlehrling« passierte, war noch eine Idylle, gemessen an dem, was diese Freunde anrichteten.
Page 18 - ... Plätze, auf denen er Blut geschwitzt hatte, waren zusammengeschmolzen zu einer grauen Festung, die sich im Wasser spiegelte. Ein Schwärm von Vögeln, ein spitzes schwarzes Dreieck, war in den rötlichen Nachmittagshimmel geritzt, zwischen den höchsten Türmen, wie bei den Städten auf Wappenschildern. Als Georg ein paar Schritte weiterging, erblickte er zwischen zwei dieser Türme auf dem Domdach den heiligen Martin, der sich vom Pferd bückte, um seinen Mantel mit dem Bettler zu teilen, der...
Page 22 - ... Künstler diesen ersten unmittelbaren Eindruck nicht überwindet, entweder nicht überwinden kann und sich damit abquält oder ihn sogar nicht überwinden will und fixiert, das kann sehr viele Gründe haben, subjektive Gründe, die aber trotzdem natürlich immer aus seiner gesellschaftlichen Lage kommen. Gestern wie heute kann das Zögern eines Künstlers, auf die Realität zuzusteuern, ganz verschiedene Ursachen haben. Pures Unvermögen (z. B. solches, das sich aufplustert in einem Ismus) oder...
Page 25 - Erfahrungen nicht mehr dringen konnten. Wenn man kämpft und fällt, und ein anderer nimmt die Fahne und kämpft und fällt auch, und der nächste nimmt sie und muß dann auch fallen, das ist ein natürlicher Ablauf, denn geschenkt wird uns gar nichts.

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