Zu: Ernst Toller - Die Wandlung

Front Cover
GRIN Verlag, 2007 - 24 pages
0 Reviews
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen, Note: 1,7, Ruprecht-Karls-Universitat Heidelberg (Germanistisches Seminar), Veranstaltung: Proseminar: Dramen und Theater des Expressionismus," 4 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Drama Die Wandlung. Das Ringen eines Menschen" von Ernst Toller (geschrieben 1917/18) befasst sich, wie der Titel schon sagt, mit dem zentralen expressionistischen Thema der geistigen Erneuerung und der daraus folgenden gesellschaftlichen Umgestaltung. Er schrieb sein Erstlingswerk aus der Erschutterung seiner Kriegserlebnisse: In der typischen expressionistischen Form des Stationendramas (Verkundigungsdrama/ Antikriegsdrama) demonstriert es die Wandlung" eines jungen Mannes vom Juden, der seinem Glauben entfremdet ist, zum Kriegsfreiwilligen und todesmutigen Soldaten, der die Sinnlosigkeit des Krieges begreift, dann auch den Patriotismus verwirft, auf seinem Lebensweg Leid und Unmenschlichkeit wahrnimmt und schliesslich seine Berufung findet: Die Menschen zur Menschlichkeit zu bekehren. Einer der Pioniere dieser besonderen Dramenform war Strindberg. Toller bekannte sich zum Einfuss Strindbergs, dessen Name in der Eingangsszene der Wandlung" erwahnt wird. Das Stuck Die Wandlung" besteht aus sechs Stationen, die noch einmal unterteilt sind in insgesamt dreizehn Bilder. Im Mittelpunkt des Stuckes steht das entscheidende siebte Bild, der Hohe- und Wendepunkt des Dramas, so dass die sechs Bilder davor und die sechs Bilder danach gegeneinanderstehen. Die Dramaturgie des Stuckes wirkt symmetrisch konzipiert. Das typisch expressionistische Werk mit autobiographischen Zugen stellt, trotz vieler Allegorik, gesellschaftskritisch und ideologiekritische Situationen und Figuren entschieden heraus. Die Wandlung" ist im Unterschied zu anderen expressionistischen Dramen nicht als blosse Demonstration einer Gesinnung konzipiert, sondern als Appell an die Menschheit, tatsachlich an ei"
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 3 - Und er ist der, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat und gesprochen: ,Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: bereitet dem Herrn den Weg und machet richtig seine Steige.
Page 10 - Geschändete Menschen!... Um des Vaterlandes willen ... Gott... kann ein Vaterland das verlangen? Oder hat sich das Vaterland an den Staat verschachert? Spekuliert der Staat damit zu schmutzigen Geschäften? Ward der Staat Zuhälter und das Vaterland eine getretene Hure, die jeder brutalen Lust sich verkauft? Ausgestattet mit dem Segen der Kupplerin Kirche?
Page 10 - Laß mich deine Augen schützen und du wirst sehen. Dein Weg führt dich zu Gott. Friedrich: Haha, Gott am Dirigentenpult, den Reichen Konfetti zuwerfend. Schwester: Zu Gott, der Geist und Liebe und Kraft ist, Zu Gott, der in der Menschheit lebt. Dein Weg führt dich zu den Menschen. Friedrich: Zu den Menschen . . . Ich bin ihrer nicht würdig. Schwester: Noch manche Würde, die dich heute Würde dünkt, Wirst du wie eine Maske von dir werfen. Wer weiß, wo du einst deine wahre Würde findest, Wer...
Page 12 - Der Richter ward zum Angeklagten, Der Angeklagte ward zum Richter. Und beide reichen sich verzeihend blutbefleckte Hände.
Page 2 - Zerbrich den Kelch aus blitzenden Kristallen, Von dem die Wunder perlentauend fallen, Wie Blutenstaub aus dunkelroten Tulpen. Die Zerstörung der Traumwelt des 'Schönen' wird bewirkt durch ein Erlebnis, dessen sprachliche Gestaltung eine christlich bestimmte Empfindungswelt verrät — schon hier bemerkt man einen Gestus verinnerlichter, mitleidensfähiger Humanität, der die revolutionäre...
Page 9 - Wie Jubel auf ihren Gesichtern tanzt. Zehntausend Tote! Durch zehntausend Tote gehöre ich zu ihnen. Warum quirlt nicht Lachen? Ist das Befreiung? Ist das die große Zeit? Sind das die großen Menschen?
Page 2 - ... Verlagsgebäude und sorgte für den Abzug der Eroberer. So stark war seine Verachtung der Journaille, so stark seine Achtung vor formaler Pressefreiheit. «Die Wahrheit», schrieb er während des Krieges in einer Eingabe an das Münchener Generalkommando, «ist das höchste aller nationalen Güter. Ein Staat, ein Volk, ein System, in dem die Wahrheit unterdrückt wird, oder sich nicht hervorwagt, ist wert, so rasch und so endgültig wie möglich zugrunde zu gehen.
Page 8 - ... Gepeitschter Maschine". Zweiter Soldat: "Wir irren durch endlose Räume. / Tage, Wochen, ich weiß es kaum mehr. / Wollt', ich schlief im Schoß meiner Mutter. — " Dritter Soldat: "Wollt', das Haus wär zusammengestürzt / Als der Vater die Frau umarmte." Vierter Soldat: "Wollt', vom Himmel wärn feurige Dolche geschnellt. / Die den fremden Mann erschlagen. / Da er die Mutter im Walde sich nahm ( . . . )." Die Szene endet in einem litaneihaften Singsang: "Ewig fahren wir (...) Ewig stampft...
Page 9 - Ers zu ? ! Und wenn Ers gut hieß, Dieses große „Frag mich nicht wofür". Warum dann müssen wir noch leben? Du sagst, er weiß um unser Leiden, Dann ist er schlecht, wenn er uns nicht erlöst. PFARRER Ihr lästert. DIE KRÜPPEL Wags, uns Lästerer zu nennen, Er lästerte an uns, Wenn er uns glauben machen will, Daß er um unser Leiden weiß ! Wags nur, uns Lästerer zu nennen, Doch schau uns an zuvor.
Page 5 - Nun kommt Befreiung aus dumpfer quälender Enge! Oh, der Kampf wird uns alle einen . . . Die große Zeit wird uns alle zu Großen gebären . . . Auferstehen wird der Geist, alle Kleinlichkeiten wird er zerstören, alle lächerlichen, künstlichen Schranken niederreißen ( . . . )15.

Bibliographic information