Zu: Johann Wolfgang Goethes 'Die Laune des Verliebten'. Eine literarische Fingerübung

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Ruhr-Universitat Bochum, Veranstaltung: HS Der junge Goethe, Sprache: Deutsch, Abstract: In seinem Erstlingswerk Die Laune des Verliebten hat Johann Wolfgang Goethe mit der Wahl des Schaferspiels dem Zeitalter den ihm gebuhrenden Zoll gezahlt und sich literarisch an einer zeitlich aktuellen Gattung erprobt. Doch viele Aspekte, in denen Goethe uber die Vorgaben des typischen Schaferspiels hinausgeht, deuten an, dass der erst 18-jahrige Goethe sich bereits den Fesseln der genormten Literatur entledigen wollte und uber den Tellerrand der strikten Normvorgaben des Schaferspiels hinausguckte. Dennoch ist fur die Bedeutung von Die Laune des Verliebten innerhalb Goethes Schaffen nicht zu verachten, dass der junge Schriftsteller, dem schliesslich der Hohepunkt der Geschichte des deutschen Schaferspiels zugeschrieben wird, sich als begabter Anakreontiker bewahrt. Am Ende war es fur Goethe aber eine literarische Fingerubung
 

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Page 10 - ERIDON. Nie! das ist es, was mich quält: Aus Vorsatz hast du nie, aus Leichtsinn stets gefehlt. Das, was mir wichtig scheint, hältst du für Kleinigkeiten; Das, was mich ärgert, hat bei dir nichts zu bedeuten.
Page 18 - Mittel schlag ihn nieder! Ihr Eifersüchtigen, die ihr ein Mädchen plagt, Denkt euren Streichen nach, dann habt das Herz und klagt.
Page 6 - GOTTSCHED, der eine Vorliebe für diese Gattung besaß, reinigte das barocke Schäferspiel ganz im Sinne des Klassizismus von mythologischem und allegorischem Aufputz, löste die Verbindung zur Oper, nahm ihm alle Satire, alle Anspielungen auf wirkliche Personen und Verhältnisse und gab in seiner »Atalanta« (1741) ein Musterbeispiel, das sofort zahlreiche Nachahmer fand.
Page 17 - Herzen liebte, und. was sie nur immer konnte, mir zu Gefallen tat. Durch unbegründete und abgeschmackte Eifersüchteleien verdarb ich mir und ihr die schönsten Tage. Sie ertrug es eine Zeitlang mit unglaublicher Geduld, die ich grausam genug war, aufs äußerste zu treiben.
Page 6 - ... Schäfererzählung und die Schäferlyrik bevorzugen stärker das frivole, die Schäferidyllen mehr das tugendhafte Schäfertum; das Schäferspiel steht beiden Auffassungen offen. Das Schäferdrama des Rokoko siedelt in zeit- und raumloser Idealität. Gottsched, der eine Vorliebe für diese Gattung besaß, reinigte das barocke Schäferspiel ganz im Sinne des Klassizismus von mythologischem und allegorischem Aufputz, löste die Verbindung zur Oper, nahm ihm alle Satire, alle Anspielungen auf wirkliche...
Page 10 - Weil er Amine ganz allein besitzen will, kann er es nicht ertragen, wenn sie sich im Kreis der anderen vergnügt"27, umschreibt diesen Umstand Hildegard Emmel. „Du denkst, er liebe dich. O nein, ich kenn...
Page 4 - ... Hirsch: Bürgertum und Barock im deutschen Roman. Frankfurt/M. 1934, Köln 21957, S. 89 ff.; Wilhelm Voßkamp: Romantheorie in Deutschland von Martin Opitz bis Friedrich von Blanckenburg. Stuttgart 1973, S. 45 ff.; Klaus Garber: Der locus amoenus und der locus terribilis. Bild und Funktion der Natur in der deutschen Schäfer- und Landlebendichtung des 17. Jahrhunderts. Köln 1974, S. 60 ff. Zur Diskussion über mögliche gemeinsame historische Intentionen des nicht-höfischen Schäferromans in...
Page 7 - daß sprödes Sichzieren verfehlt ist und Liebe nicht bedeuten darf, den Partner restlos besitzen zu wollen und ihn anderer Geselligkeit zu entziehen."17 Nach diesem Rokoko-Muster schrieb nun Goethe Die Laune des Verliebten.

About the author (2007)

Daniel Schneider is Professor in the Department of Urban and Regional Planning and an ecologist for the Illinois Natural History Survey at the University of Illinois at Urbana--Champaign. His work on the history of ecology has been awarded the Price/Webster Prize by the History of Science Society.

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