Zu: Bertolt Brechts "Me-ti Buch der Wendungen"

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GRIN Verlag, Jun 20, 2008 - Literary Criticism - 20 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Universität Karlsruhe (TH) (Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Brechts Buch der Wendungen, 13 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im schwedischen Exil, direkt nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges, stellte Bertolt Brecht in seinem „Arbeitsjournal“ ein Verzeichnis der wenigen Gegenstände zusammen, die er besaß. Unter den Büchern, die er über die wechselnden Ländergrenzen mitschleppen konnte, befand sich „ME-TI in Leder“. In den Darstellungsformen der alten chinesischen Philosophie, wo Kunst und Wissenschaft noch eine Einheit bilden, erblickte Brecht einen produktiven Ansatz und ein erstrebenswertes Vorbild. Diese Anregung führte zu einer Sammlung kleiner Kapitel, von künstlerisch geformten Notaten, die Brechts gesellschaftliches Anliegen zum Ausdruck bringen. Dieser Sammlung gab er den Titel „Me-ti – Buch der Wendungen“, er nannte sie gelegentlich auch „Buch der Erfahrung“ oder „Büchlein mit Verhaltenslehren“. Die Phasen der Rezeption eines großen Werkes verlaufen langsam. Es wäre zu einfach anzunehmen, Wesentliches erschließe sich auf den ersten Blick. Wenn man das Buch der Wendungen nicht einfach als philosophische Schrift betrachtet, so ergibt sich die Frage, auf welche Weise die künstlerische Formung erfolgt sei. Handelt es sich hier um Aphorismen, Gespräche, Selbstbekenntnisse oder um Texte, die allein durch die Sprachkraft des Autors ästhetische Wirkung auslösen? Mit der folgenden Untersuchung möchte ich die Intention und Bedeutung des Werkes Me-ti – Buch der Wendungen erschließen. Zunächst erläutere ich die Entstehungsgeschichte des Werkes, sowie den Buchtitel „Me-ti“, darauf gehe ich auf die chinesischen Vorlagen und die Forschungsstände näher ein. Da Brechts marxistische Studien für „Me-ti“ von großer Bedeutung sind und sich die marxistische Lehre als dessen Thema erweist, stelle ich Brechts Marxismusauffassung dar, indem ich auf das Verhältnis von Brecht und Karl Korsch näher eingehe, um Brechts Schaffensprozess im Zusammenhang mit seiner Bemühung um neue künstlerische Formen für antifaschistische Literatur als Mittel zur Darstellung der Wirklichkeit zu veranschaulichen. Hat die „Große Methode“ Brecht dazu verholfen, der Entwicklung des "realen Sozialismus" ins Auge zu sehen? Im Bezug auf die Stalinsche Sowjetunion sah er gravierende Fehler. Dass der Sozialismus in eine neue, totalitäre Herrschaft umschlagen könnte - diese Möglichkeit stand Brecht, dem Dialektiker, vor Augen, aber er schreckte vor ihr zurück.
 

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