Zu Janusz Korczaks Tagebuch aus dem Warschauer Ghetto 1942

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GRIN Verlag, Mar 13, 2002 - Education - 14 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie, Note: keine, Freie Universität Berlin (Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie), Veranstaltung: Proseminar Die Kunst der Erziehung: Das Beispiel Janusz Korczak, Sprache: Deutsch, Abstract: " Heroismus ist um so reiner und bedeutender, je stiller er ist, je weniger Publikum er hat, je weniger rentabel er für den Helden selber, je weniger dekorativ er ist." (Victor Klemperer) Auf der Suche nach heldenhaften Persönlichkeiten, die dem sittlich-moralischen Anspruch unserer Zeit genüge tun, bleibt man zwangsläufig an der viel gelobten und glorifizierten, aber unbekannten Größe, Herrn Janusz Korczak hängen, in welchem man das Ideal des Märtyrers verkörpert sehen möchte. Seine gelebte Leidenschaft bei der Erziehung seiner Waisenkinder und sein missionarischer Eifer bei der Beschaffung von Lebensmitteln im Warschauer Ghetto sind für den heroischen Teil schon bedeutsam genug, zum Märtyrer wird Korczak durch die beeindruckende Konsequenz, die er zeigte, als er, gefolgt von zweihundert Kindern seines Waisenhauses, den Zug zum Umschlagplatz im Ghetto, führte. Trotz verschiedener Rettungsversuche Außenstehender entschied sich der Pädagoge, seine Kinder in das Vernichtungslager Treblinka zu begleiten. Rentabel scheint diese Entscheidung keineswegs gewesen zu sein, doch war sie zutiefst menschlich und bewundernswert. Sie unterstreicht sein Märtyrertum, unterstreicht seine äußere Stärke. Daß aber seine äußere Stärke nicht durch die innere bedingt war, sondern möglicherweise zum Schein funktionieren mußte, zweckgebunden, um den Kindern nicht die letzte Hoffnung, gar ihnen ihre Jugend zu nehmen, daß Korczak ein gebrochener Mensch sein mußte, in Anbetracht der Not, die er täglich auf seinen "Bettel"gängen durch das Ghetto beobachtete und, daß er seine äußere Stärke gewann aus der Anwendung lang bewährter Erziehungsmethoden und aus seinem Umgang mit den Kindern im viel zitierten praktischen Humanismus - all diese Vermutungen werden in Korczaks persönlichen Aufzeichnungen, in seinem Tagebuch, bestätigt. Seine Aufzeichnungen sind sehr umfassend, so daß es im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich ist, jede von Korczak notierte Einzelheit zu erwähnen und mit früheren Gedanken und Schriften in Zusammenhang zu bringen. Deshalb belasse ich es bei einer subjektiven Auswahl einzelner vertretener Standpunkte und beschränke mich bei meiner Beschreibung grundsätzlich auf die in den Nächten des Jahres 1942 geschriebenen Tagebucheintragungen. (Beginn: Januar 1940; Ende: 04.08. 1942)
 

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