Zu Karl Kraus' Die letzten Tage der Menschheit

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GRIN Verlag, Apr 9, 2010 - Literary Criticism - 6 pages
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Essay aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Sonstiges, Note: 2,3, Universität Paderborn, Sprache: Deutsch, Abstract: Karl Kraus, geboren am 28. April 1847 in Gitschin, gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er war Publizist der Fackel1, Lyriker, Satiriker,2 Dramatiker, Sprach- und Kulturkritiker, Aphoristiker und scharfer Kritiker der Presse. In den Jahren 1915 bis 1921 schrieb er an einem Drama, das in seiner Form einzigartig ist. „Die letzten Tage der Menschheit“ versucht das Wesen und die Wirklichkeit des Ersten Weltkrieges einzufangen und das in einem Stück, das so bündig die erste Katastrophe im 21. Jahrhundert widerspiegelt, dass es lange Zeit als unspielbar galt. Denn neben der Länge macht auch der Aufbau des Stücks es schwer zu spielen, da das Stück aus über 200 mehr oder weniger zusammenhängenden Szenen besteht. Selbst Kraus hielt es seinem Vorwort des Stücks nach für unaufführbar: „Die Aufführungen des Dramas, dessen Umfang nach irdischem Zeitmaß etwa zehn Abende umfassen würde, ist einem Marstheater zugedacht. Theatergänger dieser Welt vermöchten ihm nicht standzuhalten. [...] Die Handlung, in hundert Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos wie jene.“2 Dabei erscheint für das Stück die Entstehungsgeschichte, die Form und der Stil ebenso von Bedeutung wie der Inhalt. Daher wird der Inhalt im weiteren Verlauf nur nebensächlich behandelt werden und der Fokus richtet sich auf das allgemeine Verständnis für das Stück. [...] 1 „Die Fackel“ wurde 1899 von Karl Kraus als Herausgeber gegründet. Sie entwickelte sich zu einer führenden kultur- und gesellschaftskritischen Zeitschrift, in der auch Autoren wie Else Lasker-Schüler veröffentlichten. 2 Karl Kraus. Die letzten Tage der Menschheit. Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog. Frankfurt am Main 1986. S. 9.
 

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