Zu Mechthilds von Magdeburg 'Das fließende Licht der Gottheit': Aspekte des Dialogs

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GRIN Verlag, Aug 26, 2008 - Literary Criticism - 14 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 2,7, Technische Universität Berlin (Institut für Literaturwissenshaften - Ältere Deutsche Philologie), Veranstaltung: Mechthild von Magdeburg: Das fließende Licht der Gottheit, 17 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Als von Gott Berufene schreibt Mechthild von Magdeburg im 13. Jahrhundert ihr großes Werk Das fließende Licht der Gottheit. In sieben Büchern, die zusammen das Fließende Licht ergeben, beschreibt sie ihre Gottesvisionen und Offenbarungen. Dabei sind immer wieder Bezüge zum Minnesang, zum ins Volksprachliche übertragenen Hohelied und zu biblischen Erzählungen erkennbar. Das Liebesgespräch wird zur Grundlage ihres Werks: Mechthild hat es als erste konsequent als Modell der Gotteserfahrung verwendet, nachdem die theologische Tradition durch eine entsprechende mystische Exegese des Hohen Liedes die Vorraussetzung dafür geschaffen hatte.2 Vor allem der dialogische Aspekt des Liebesgespräches und die besondere (sprachliche) Beziehung, die die liebenden Gesprächspartner verbindet, rückt dabei in den Mittelpunkt. Das Verhältnis des Ichs zum Anderen drückt sich besonders im Dialog aus und gewinnt hier eine subtile, der Sprachtheorie nahestehende Aussagekraft. In seinen Grundlinien weist dieses Denken indes - auch wenn es auf den ersten Blick spezifisch modern wirkt - zurück auf eine lange Tradition, in der das anthropologische Verständnis sich verwiesen sieht auf eine konstitutive Funktion des Verhältnisses des einzelnen Menschen zum Du und zu seiner Umwelt.3 Mechthilds Dialoge der sele mit der minne sind mehr als literarische Beweise ihrer Gottesliebe. Vielmehr verbindet sie theologische Erkenntnisse im Dialog mit künstlerischer Textrezeption und einem Gottesverständnis, das in einer fast gleichberechtigten Liebe zu Gott besteht. Der Dialog wird damit zu mehr als einem stilistischen Mittel und gewinnt eine immanente Aussagekraft, die durch Mechthilds fragmentarischen Schreibstil verstärkt zur Geltung kommt.
 

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