Zu Robert Menasse: "Selige Zeiten, brüchige Welt"

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GRIN Verlag, Dec 23, 2008 - Literary Criticism - 76 pages
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,7, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 52 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Robert Menasses Roman „Selige Zeiten, brüchige Welt“, 1994 auf dem Buchmarkt erschienen, ist der zweite Teil seiner Romantrilogie „Trilogie der Entgeisterung“. Wie auch in den anderen Teilen der Romanabfolge (Erster Teil: „Sinnliche Gewissheit“ (1988); Dritter Teil: „Schubumkehr“ (1995) und als Nach-Schrift die Geschichte des verschwindenden Wissens, die "Phänomenologie der Entgeisterung" (1995)) wird die Philosophie Friedrich Hegels auf den Kopf gestellt. Sie wird am explizitesten von Menasses Hauptfigur Leo Singer umgedreht und weitergedacht. Dessen Lebens-Ziel ist es, die Philosophie ganz zu Ende zu denken. Doch er scheitert menschlich an seinem Vorhaben – denn im Laufe seiner Entwicklung regrediert er bis ins Stadium des Kindseins zurück, anstatt zum Absoluten Wissen zu gelangen. Seiner Lebensmaxime: „Das Leben ist nichts – das Werk ist alles, das Leben ist lauter Zufall und das Werk ist die Notwendigkeit selbst“1, bleibt er jedoch treu, so treu, dass sein Leben erstarrt und unter seinem Anspruch so gut wie begraben wird. Er produziert Gefühle und Zustände, um arbeiten zu können – er konstruiert seine Identität, um überleben zu können. Doch er scheitert – bleibt erfolglos im Sinne geistiger Reife, trotz materiellem Erfolg. Im Verlauf der folgenden Kapitel wird dieses, wie hier scheinbar auch paradox anmutende Phänomen des Scheiterns untersucht. Vorweg jedoch liegt der Fokus auf dem Schriftsteller Robert Menasse. Die für diese Arbeit wichtigsten Stationen seines Lebens werden kurz aufgezeigt und mit Hilfe von ausgewählten Interviews belegt. Im Anschluss daran wird seine Trilogie näher betrachtet, um den zu untersuchenden Roman einordnen zu können. In Folge dieser Einordnung geht es um die Gattungsmerkmale des „Rückentwicklungsroman“, der dem Entwicklungsroman beziehungsweise dem Bildungsroman angelehnt ist. Mit Hilfe von Definitionsansätzen soll der Gattungs-Begriff verständlich gemacht werden und das Scheitern des Romanhelden am Beispiel von Robert Menasses Buch nachvollziehbar machen. Die Gründe des Autors für die Umkehrung einer Romangattung werden als Abschluss der Erläuterungen geliefert. Aufgrund der vielen Hegel-Bezüge im Verlauf der Geschichte folgt ein Exkurs über seine Philosophie. Dabei wird aufgezeigt, wie der Romancier Worte des Philosophen montiert und ironisiert. Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Etappen des Scheiterns der Figur Leo Singer.
 

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I
II
1
III
6
IV
8
V
13
VI
23
VII
63
VIII
69

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