Zur Bedeutung der Resilienzforschung für die Sozialpädagogik

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GRIN Verlag, May 4, 2009 - Education - 117 pages
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Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie, Note: 2, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Sprache: Deutsch, Abstract: Gemeinhin wird von einer Zunahme von Belastungen gesprochen, denen Menschen heute ausgesetzt sind und die einer positiven Entwicklung im Wege stehen können. Es handelt sich um Risiken, die sie „auf intraindividueller Ebene, innerhalb der Familie, in der Peergroup, in der schulischen und beruflichen Ausbildung oder im gesamtgesellschaftlichen Kontext erfahren“ (Wustmann 2004, S. 09). Die Sozialpädagogik setzt vor allem dort an, wo diese Risiken eine negative Wirkung nach sich ziehen und Entwicklungsdefizite entstehen. Sie versucht durch ihr Eingreifen den daraus folgenden Problemen entgegenzuwirken. Obwohl augenscheinlich vermehrt Risiken und unerwünschte Entwicklungsdefizite vorhanden sind, wurde im Bereich der Entwicklungspsychopathologie, die Aufmerksamkeit auf ein anderes Phänomen gelenkt: Längst nicht alle Menschen, die einer erheblichen Anzahl von Risikobelastungen ausgesetzt sind, entwickeln Probleme und Störungen. Es ist ihnen möglich, sich trotz dieser Widrigkeiten durchaus ‚normal’ und sogar sehr positiv zu entwickeln. Dieses Phänomen wurde anfangs noch als „Invulnerabilität“ − Unverletzlichkeit − bezeichnet. Doch im Zuge weiterer Forschung, in der das Phänomen empirisch bestätigt wurde, fand eine Ausdifferenzierung dieses neuen Konzepts statt, welches sich in den 1980er Jahren vollends unter dem Begriff der „Resilienz“ in der Forschung etablierte. Die ursprünglich aus der Psychologie stammende Resilienzforschung fand bald Anklang in pädagogischen Kontexten und wird heute bereits in sozialpädagogischen Arbeitskonzepten verwendet. Für viele in diesem Bereich Tätigen geht von dem Begriff der Resilienz eine große Faszination aus, denn erstmals werden nicht nur die Risiken und die daraus resultierenden Defizite einer Person wahrgenommen. Mit ihm wendet sich der Fokus den Faktoren zu, die es einer Person ermöglichen, sich trotz aller Widrigkeiten positiv zu entwickeln und es stellt sich die Frage, wie es einigen Menschen möglich ist, dieses „Gleichgewicht“ zu finden um ihr Leben erfolgreich zu führen. Diese neue Blickrichtung in der Sozialpädagogik beschreiben Opp und Fingerle wie folgt: „In der Zukunft wird es vor allem darum gehen, die Risiken kindlicher Entwicklung, die in modernen Gesellschaften für viele Kinder zunehmen, als Entwicklungsgefährdungen und nicht primär im Sinne von Defiziten zu erfassen. Im Zentrum des pädagogischen Interesses stehen mittlerweile die Potentiale und Ressourcen, die kindliche Entwicklung schützen und stärken.“
 

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Common terms and phrases

Adressaten Antonovsky Aspekte auftreten aufweisen ausgesetzt ausschlaggebenden Auswirkungen Bedeutung Belastungen Bender besonders bestehen bestimmten Beziehungsebene Bezug Bezugsperson Definition Defizite Defizitorientierung Eltern Eltern-Ebene emotionale Kompetenz Empowerment entwickeln Entwicklungsergebnis erfolgreiche Bewältigung Ergebnisse der Resilienzforschung erst Erziehungskompetenzen Erziehungspersonen Fähigkeiten Faktoren Familie Galuske Gefährdungen Gemeinwesenarbeit Herausbildung von Resilienz Herriger hierbei Hilfe individuellen Ebene innerhalb Interaktion Kinder und Jugendliche Klienten Kohärenzgefühl Konstrukt Konzept der Resilienz Laucht Leben lebensweltorientierte Soziale Arbeit Lösel Merkmale Methoden Modell Möglichkeiten muss negativen Petermann positive Entwicklung Potentiale Prävention Präventionsarbeit primäre Prävention primären Probleme protektiven Prozesse psychosoziale Resiliente Kinder resiliente Menschen resilienten Person Resilienzfaktoren Resilienzförderung Resilienzkonzept resilienzorientierte Arbeit Ressourcen ressourcenorientiertes Arbeiten Ressourcenorientierung Risiken Risikofaktoren Risikoforschung Rutter Salutogenese Schutzfaktoren schwierigen Selbstkonzept Selbstwertgefühl Sicht Sichtweise Situationen somit sowie Soziale Arbeit soziale Netzwerk sozialen Gruppenarbeit sozialen Umfeld Sozialkompetenz sozialpädagogischen Arbeit sozialpädagogischen Praxis sozialpädagogisches Handeln Stärken Stärkung Störungen Stress stressend Stressoren Studien transaktionale Umwelt Unterstützung verschiedene versucht vorhanden Vulnerabilität Werner wichtige Wustmann Ziel Zudem zumeist

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