Zwei Beiträge zur Psychologie des Rhythmus und des Tempo

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J. A. Barth, 1898 - Musical meter and rhythm - 56 pages
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Page 28 - Schnelligkeiten macht sich nämlich die Auffassung der drei Glieder als zu einer Gruppe gehörig besonders bemerkbar, und sie führt dazu, dafs bei Herstellung der Rhythmen die Gruppen als Einheiten einander getrennt gegenübergestellt werden, was am leichtesten durch eine eingeschobene Pause geschieht. Bei sehr langsamen Rhythmen verschwindet dagegen die Zusammenfassung mehr und mehr; an die Stelle der Trennung der Gruppen tritt ein allmähliches Uebergehen von der einen Gruppe zur ändern, vermittelt...
Page 51 - ... Melodieen handelt, wird dem Gefühlselement eine noch höhere Bedeutung zukommen. Wie dort zur Erklärung der Verlängerung eines betonten Tones die ihm zukommende Gefühlswirkung herangezogen wurde, so werden wir sie hier als einen ausschlaggebenden Factor für die Bestimmung eines Tempo ansehen können: der Musiker spielt ein Musikstück mit der Geschwindigkeit, bei welcher die Gefühlswirkung, welche er erwartet, sich am deutlichsten einstellt; an ihr hat er einen Maafsstab für die Geschwindigkeit.-...
Page 17 - Colunme unter A. (!' — 2 — l') (!' — 2 — l') [die Zahlen bezeichnen die Ordnung der Glieder innerhalb der Gruppe, der Accent bedeutet „betont"]. Die Vergleichung der Dauer der einzelnen Glieder bedurfte einer doppelten Berechnung: sie zerfallen in solche, die mit einem betonten, und solche, die mit einem unbetonten Schlage beginnen. Um den Einflufs der Betonung auf die Zeiten zu bestimmen, war es daher erforderlich, miteinander zu vergleichen: 1. die Dauer der auf einen betonten Schlag...
Page 16 - Eigenschaften hin verglichen; wohl aber so, dafs die durch verschieden starke Innervationen bedingte Verschiedenheit der Bewegungsempfindungen ein Merkmal für ihre zeitliche Ungleichmäfsigkeit zu werden vermag. ZB: es hat eine zu schwache Innervation stattgefunden, so erfolgt die Bewegung andersartig als sonst, — das bemerken wir unmittelbar in jedem Stadium der Bewegung; — die Wahrnehmung dieses Unterschieds liefse sich dann vielleicht als ein das Urtheil „zu langsam" mitbedingender Factor...
Page 25 - ... Schlag folgt. — Ferner sei über das Betonungsverhältnifs des zweiten und dritten Gliedes bemerkt, dafs die von der Metrik 1 verlangte stärkere Betonung des zweiten Schlages gegenüber dem dritten nicht stattgefunden hat; im Gegentheil scheint es, als werde stets der dritte Schlag minimal stärker betont als der zweite, wenn auch die Zahlen die dann vielleicht zu erwartende Verlängerung des dritten Gliedes nicht durchgehends aufweisen.
Page 22 - Unterschied während des Klopfens wahrzunehmen und dann noch dazu die Zeiten in entgegengesetzter Richtung zu verändern. Man bedenke nur, welche Summe unbewufster psychischer Leistungen erforderlich wäre, diese Aufgabe zur Zufriedenheit zu lösen! — Wir werden vielmehr die Erscheinung auf eine Eigenthümlichkeit der motorischen Action zurückzuführen haben. Wenn wir einzelne Klopfbewegungen durch starke Betonung auszeichnen wollen, so verleihen wir ihnen zugleich einen „Nach druck".
Page 15 - Reihen weisen indessen eine ziemlich gleichrnäfsig vertheilte Vergröfserung und Verkleinerung der Glieder, auf. Beachtenswerth bleiben daher nur die in den Tabellen angegebenen absoluten Gröfsen der A. Sie zeigen nur unbedeutende individuelle Verschiedenheiten. Bei 1) und 3) schwanken sie zwischen 8 und 18, bezw. 9 und 16 ff, während sie sich bei 2) von einem Minimum mit 7 zu einem Maximum mit 21 a erheben. Eine Durchschnittsberechnung ergiebt für 1) 13, 2) 13, 3) 12 ff A.
Page 17 - Gruppen betrug 625 ff [Lge. d. Gr.], zur Berechnung gezogen wurden 21 Gruppen (Z. d. Gr.)1; das mit einem betonten Schlage beginnende Glied einer Gruppe wich durchschnittlich von dem vorhergehenden unbetonten um 40 ff ab [A. (!' — 2) (2 — l')], und zwar in der Weise, dafs 20 Glieder länger (Z. d.
Page 47 - Klavier spiel an Hochschulen (Berlin, Leipziger Conservatorium) ausgebildet. 1. Versuchsperson P. spielte Schumann, 43 Klavierstücke für die Jugend, op. 68. Erste Abtheilung, Melodie. Davon den ersten Theil. Keine Tempovorschrift. Aufser p. keine dynamische Vorschrift. 16 Versuche. Mittlere Spielzeit mit Begleitung 9,6 See. „ „ ohne „ 10,2 „ 2. Derselbe spielte Mozart, Sonate für das Pianoforte Nr. 6, ^4-dur. Davon ersten Theil des Themas. Tempovorschrift: andante gracioso. 10 Versuche.
Page 50 - Empfindungsgebiete zusammen auf die durch sie vermittelte Geschwindigkeit der Eindrücke hin beachten. In jedem Falle mufs er einen Maafsstab haben, an welchem er die Geschwindigkeit mifst, um sagen zu können, es ist die richtige Geschwindigkeit. Die Selbstbeobachtung zeigt, dafs in unserem Falle nur die...

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