Zwischen Staat, Liberalisierung und dem Westen - Postkommmunistische Medienmärkte am Beispiel Polens und Tschechiens

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GRIN Verlag, Oct 14, 2008 - Language Arts & Disciplines - 33 pages
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Am 21. Dezember 2007 wurden die physischen Grenzen der Europäischen Union (EU) für die Bürger Polens und Tschechiens geöffnet – fast 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Dieser Akt steht symbolisch für die zahlreichen politischen, sozialen und ökonomischen Neuerungen, die die ehemaligen Ostblockstaaten seitdem durchlaufen haben und von denen unweigerlich auch deren Mediensysteme betroffen waren. Was ist passiert? Die mittel- und osteuropäischen Medien wurden noch während der Wendezeit aus der Staatsgewalt befreit und dem freien Spiel der ökonomischen Kräfte überlassen. Dabei wurde schnell offenkundig, dass die jungen Medien der Transformationsstaaten finanziell instabil waren. Sie litten unter dem Wegfall der staatlichen Subventionen, der veralteten Infrastruktur und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der nationalen Ökonomien, dem Inflation und eine geringe Kaufkraft der Bevölkerung folgten. (Thomaß, 2007, S.232-234) Die Finanznot im Osten weckte das Interesse an ausländischen Kapitalgebern. Neben Investitionen in die veraltete Infrastruktur sollten sie Know How und aktuelle Standards ins Land bringen. Außerdem wollte man vermeiden, dass die Medien in die Hände von politischen Gegnern fielen. (Thomaß & Tzankoff, 2001, S.245) Stagnierende und streng regulierte Märkte im Westen hingegen (Council of Europe, 2004a, S.10) ließen die Unternehmen in ihr neues „Eldorado“ (Poppe, 1995, S.231) Osteuropa eilen, an das sie hohe Erwartungen knüpften. Dort konnten sie noch leicht für kleines Geld Mehrheitsanteile an schwachen, aber gut positionierten Medienunternehmen erwerben (Röper, 2005, S.11). Außerdem war der deregulierte Arbeitsmarkt vor Ort attraktiv (Klehm, 2005). Ihr Engagement ließ die Investoren zunehmend an Einfluss gewinnen (Kleinsteuber & Thomaß, 2004, S.87). „Damit setzt ein Prozess der Medienkonzentration ein, der durch die Intervention von ausländischem Medienkapital beeinflusst und beschleunigt wird“ (Thomaß, 2007, S.233). Wozu haben diese ökonomischen Entwicklungen geführt und welche Bedingungen sind dafür verantwortlich? Diese Hauptseminararbeit will einen Fokus auf die marktökonomischen Prozesse legen, die bei der Transformation der Mediensysteme in postkommunistischen Gesellschaften einer von vielen Einflussfaktoren waren. So wird im zweiten Kapitel der Arbeit zuerst theoretisch auf die Bedeutung ökonomischer Prozesse im Hinblick auf Medienvielfalt eingegangen. [...]

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