"in Gnaden erlaßen und in völlige Freyheit gesetzet": Freibriefe für Lienener Einwohner als genealogische und sozialhistorische Quelle

Front Cover
Books on Demand, 2009 - 120 pages
0 Reviews
Die pers nliche Freiheit aller Menschen in Deutschland, wie sie uns heutzutage im zweiten Artikel des Grundgesetzes garantiert wird, ist eine relativ junge Errungenschaft unseres Gemeinwesens. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der gr te Teil der auf deutschem Boden lebenden Bev lkerung, die mehrheitlich aus Bauern bestand, in unterschiedlichen Formen von einem Herrn abh ngig. Das bedeutete, dass z.B. die h rigen Bauern ber ihr Leben nicht selbst bestimmen konnten: Sie durften nicht ohne Genehmigung des Herrn heiraten, durften seinen Herrschaftsbereich nicht verlassen und konnten ber ihr Erbe nicht frei verf gen. Die Unfreiheit bot aber auch einen gewissen Schutz. Der Herr war verpflichtet, seinen H rigen in au ergew hnlichen Situationen Hilfe zu leisten, was f r einen Bauern, der die Welt au erhalb seines Hofes kaum kannte, sehr wichtig sein konnte, wenn er zum Beispiel vor Gericht erscheinen musste oder von Feinden bedroht wurde. Trotzdem versuchten viele Bauern f r sich oder ihre Kinder einen Freibrief" zu erlangen. Der Freibrief war der urkundliche Nachweis, der die pers nliche Freiheit best tigte. Er war ein begehrtes Dokument, f r das man bereit war, eine hohe Summe zu bezahlen. Aufgrund ihrer Wichtigkeit f r den vormodernen Menschen hat sich eine gro e Anzahl dieser Schriftst cke bewahrt, die heute nicht nur dem Familienforscher, sondern auch dem Historiker wichtige Informationen ber die Vergangenheit vermitteln. Eine kleine Sammlung von Freibriefen, die seit dem 16. Jahrhundert f r Einwohner des westf lischen Kirchspiels Lienen ausgestellt wurden, sollen im Folgenden abgedruckt werden. Um die Quellen in ihren historischen Zusammenhang einordnen zu k nnen, soll zudem ein Einblick in das Wesen der westf lischen Eigenbeh rigkeit gegeben werden. Dazu wurden neben kurzen, ins Thema einf hrenden Bemerkungen, weiterf hrende Quellen erg nzt.

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Bibliographic information