Das Rhein-Main-Gebiet am 7. Mai 1945: Luftbilder zur Stunde Null nach dem Zweiten Weltkrieg

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BOD, Books on Demand, Norderstedt, Mar 1, 2016 - History - 48 pages
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Zunächst erreichten die Piloten die Stadt Aschaffenburg, die das Angriffsziel von knapp 20 alliierten Luftangriffen war. Der schwerste Angriff erfolgte am 21. November 1944 durch die Royal Air Force, bei welchem große Teile der Stadt vernichtet wurden. Über Aschaffenburg wurden die aus der Luft markanten Gebiete, u.a. der Hauptbahnhof, das Schloß Johannisburg am Main sowie die Gleisanlagen am Südbahnhof, in mehreren Vollkreisen beflogen. Deutlich sind u.a. das Gewerbegebiet Schweinheim sowie die damalige Pionierkaserne zu erkennen, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-amerikanischen Militärregierung als "Fiori Barracks" übernommen wurde. Insgesamt sind acht Luftbilder entstanden, die das leidvolle Ausmaß der Luftangriffe nahe der Parkanlage Schöntal sowie im Stadtteil Damm mit den Ruinen der St. Michael Kirche und der St. Josef Kirche dokumentieren.

Wenige Flugminuten später folgte die Stadt Hanau, die insbesondere noch in den letzten Kriegsmonaten zum Ziel zweier heftiger Luftangriffe geworden war. Am 6. Januar 1945 bombardierten britische Bomber die Alt- und Neustadt; wenige Tage vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Bodentruppen erfolgte mit dem Luftangriff am 19. März 1945 schließlich die völlige Zerstörung der Stadt. Auch über Hanau dienten den Piloten der Trolley Mission, die schließlich keine Ortskenntnis besaßen, die aus der Luft deutlich zu erkennenden Gleisanlagen am Bahnbetriebswerk Hanau Ost sowie am zerstörtem Hauptbahnhof. Die zwei abgedruckten Luftbilder belegen anhand der unzähligen Bombentrichter, dass Hanau und seine Industriegebiete häufig das Ziel massiver Luftangriffe waren.

Dadurch, dass Frankfurt am Main nur knapp 15 Kilometer Luftlinie entfernt von Hanau liegt, flogen die Piloten mit westlichem Steuerkurs 270° direkt auf den Frankfurter Dom zu, der trotz der völlig zerstörten Altstadt auf wundersame Weise erhalten blieb. Von Hanau kommend sind zunächst die östlichen Stadtgebiete von Frankfurt am Main überflogen worden, u.a. der Osthafen und die Großmarkthalle mit der angrenzenden Deutschherrnbrücke. Obgleich Frankfurt am Main in den Kriegsjahren knapp 75 Luftangriffen zum Opfer fiel, war das Frankfurter Ostend weit weniger stark betroffen als die historische Altstadt, die zunächst am 18. März 1944 teilweise und schließlich am 22. März 1944 restlos und unwiederbringlich zerstört wurde. Entsprechend wurden mehrere Vollkreise über die Innenstadt, insbesondere über die vielen zerstörten Mainbrücken, geflogen. Einmal mehr dienten Gleisanlagen und Bahnstrecken zur Orientierung, so dass der Frankfurter Hauptbahnhof und der nördlich gelegene Hauptgüterbahnhof mehrmals beflogen wurden. Insgesamt sind 15 Luftbilder von Frankfurt am Main abgedruckt, welche die Ausdehnung der damaligen Zerstörung widerspiegeln.

Dem Main flußabwärts folgend wurde schließlich Mainz erreicht, wo vier Luftbilder entstanden sind, welche u.a. den Hauptbahnhof, den Zollhafen und die alte Kaiserbrücke bzw. heutige Nordbrücke auf der Petersaue im Rhein zeigen. Nachdem die Überreste der Hindenburgbrücke auf der Rheininsel Rüdesheimer Aue überflogen wurden, orientieren sich die Piloten am Flußverlauf des Rheins und erreichten schließlich Bingen am Rhein. Dort sind insgesamt zwei Luftbilder entstanden, u.a. mit Blick auf die Drususbrücke, auf die Basilika St. Martin sowie auf die Eisenbahnbrücke zwischen dem Bahnhof Bingerbrück und dem Bahnhof Bingen. Das letzte Luftbild dieser Broschüre zeigt schließlich das Niederwalddenkmal, das von den Piloten der Trolley Mission sprichwörtlich in Augenhöhe beflogen wurde.

 

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Zunächst erreichten die Piloten die Stadt Aschaffenburg, die das Angriffsziel von knapp 20 alliierten Luftangriffen war. Der schwerste Angriff erfolgte am 21. November 1944 durch die Royal Air Force, bei welchem große Teile der Stadt vernichtet wurden. Über Aschaffenburg wurden die aus der Luft markanten Gebiete, u.a. der Hauptbahnhof, das Schloß Johannisburg am Main sowie die Gleisanlagen am Südbahnhof, in mehreren Vollkreisen beflogen. Deutlich sind u.a. das Gewerbegebiet Schweinheim sowie die damalige Pionierkaserne zu erkennen, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-amerikanischen Militärregierung als "Fiori Barracks" übernommen wurde. Insgesamt sind acht Luftbilder entstanden, die das leidvolle Ausmaß der Luftangriffe nahe der Parkanlage Schöntal sowie im Stadtteil Damm mit den Ruinen der St. Michael Kirche und der St. Josef Kirche dokumentieren.

Wenige Flugminuten später folgte die Stadt Hanau, die insbesondere noch in den letzten Kriegsmonaten zum Ziel zweier heftiger Luftangriffe geworden war. Am 6. Januar 1945 bombardierten britische Bomber die Alt- und Neustadt; wenige Tage vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Bodentruppen erfolgte mit dem Luftangriff am 19. März 1945 schließlich die völlige Zerstörung der Stadt. Auch über Hanau dienten den Piloten der Trolley Mission, die schließlich keine Ortskenntnis besaßen, die aus der Luft deutlich zu erkennenden Gleisanlagen am Bahnbetriebswerk Hanau Ost sowie am zerstörtem Hauptbahnhof. Die zwei abgedruckten Luftbilder belegen anhand der unzähligen Bombentrichter, dass Hanau und seine Industriegebiete häufig das Ziel massiver Luftangriffe waren.

Dadurch, dass Frankfurt am Main nur knapp 15 Kilometer Luftlinie entfernt von Hanau liegt, flogen die Piloten mit westlichem Steuerkurs 270° direkt auf den Frankfurter Dom zu, der trotz der völlig zerstörten Altstadt auf wundersame Weise erhalten blieb. Von Hanau kommend sind zunächst die östlichen Stadtgebiete von Frankfurt am Main überflogen worden, u.a. der Osthafen und die Großmarkthalle mit der angrenzenden Deutschherrnbrücke. Obgleich Frankfurt am Main in den Kriegsjahren knapp 75 Luftangriffen zum Opfer fiel, war das Frankfurter Ostend weit weniger stark betroffen als die historische Altstadt, die zunächst am 18. März 1944 teilweise und schließlich am 22. März 1944 restlos und unwiederbringlich zerstört wurde. Entsprechend wurden mehrere Vollkreise über die Innenstadt, insbesondere über die vielen zerstörten Mainbrücken, geflogen. Einmal mehr dienten Gleisanlagen und Bahnstrecken zur Orientierung, so dass der Frankfurter Hauptbahnhof und der nördlich gelegene Hauptgüterbahnhof mehrmals beflogen wurden. Insgesamt sind 15 Luftbilder von Frankfurt am Main abgedruckt, welche die Ausdehnung der damaligen Zerstörung widerspiegeln.

Dem Main flußabwärts folgend wurde schließlich Mainz erreicht, wo vier Luftbilder entstanden sind, welche u.a. den Hauptbahnhof, den Zollhafen und die alte Kaiserbrücke bzw. heutige Nordbrücke auf der Petersaue im Rhein zeigen. Nachdem die Überreste der Hindenburgbrücke auf der Rheininsel Rüdesheimer Aue überflogen wurden, orientieren sich die Piloten am Flußverlauf des Rheins und erreichten schließlich Bingen am Rhein. Dort sind insgesamt zwei Luftbilder entstanden, u.a. mit Blick auf die Drususbrücke, auf die Basilika St. Martin sowie auf die Eisenbahnbrücke zwischen dem Bahnhof Bingerbrück und dem Bahnhof Bingen. Das letzte Luftbild dieser Broschüre zeigt schließlich das Niederwalddenkmal, das von den Piloten der Trolley Mission sprichwörtlich in Augenhöhe beflogen wurde.

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