Die Zukunft, Volume 16

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Maximilian Harden
Zukunft, 1896 - Africa
 

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Page 275 - Ein schönes, reines, edles, höchst moralisches Wesen, ohne die sinnliche Stärke, die den Helden macht, geht unter einer Last zugrunde, die es weder tragen noch abwerfen kann; jede Pflicht ist ihm heilig, diese zu schwer.
Page 297 - Wer befehlen soll, Muß im Befehlen Seligkeit empfinden. Ihm ist die Brust von hohem Willen voll, Doch was er will, es darfs kein Mensch ergründen. Was er den Treusten in das Ohr geraunt, Es ist getan, und alle Welt erstaunt. So wird er stets der Allerhöchste sein, Der Würdigste — , Genießen macht gemein.
Page 598 - Friede den Hütten! Krieg den Palästen! Im Jahre 1834 sieht es aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte Gott die Bauern und Handwerker am fünften Tage und die Fürsten und Vornehmen am sechsten gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: „Herrschet über alles Getier, das auf Erden kriecht", und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt.
Page 598 - Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag, sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigene Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker.
Page 600 - S' ist nur ein Augenblick, wir sind barmherziger als ihr. Unser Leben ist der Mord durch Arbeit, wir hängen sechzig Jahre lang am Strick und zapplen, aber wir werden uns losschneiden.
Page 452 - A ist ein neues Buch, eine Art von Buch. Ich weiß nicht recht, von welcher Art dieses Buch ist. Es ist ganz angefüllt mit kleinen Geschichten, wie ein Obstkorb. Es sind vielleicht hundert kleine Geschichten darin. Ich kann schwer sagen, was für kleine Geschichten. Sie sind zu einfach; zum Beispiel: ein neunjähriges Mädchen redet mit dem Vater, der es im Pensionat besucht. Oder ein paar junge Mädchen reden miteinander. Oder zwei junge Männer gehen miteinander herum und reden, in einem Ballsaal,...
Page 293 - Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.
Page 277 - Der Geist Den ich gesehen, kann ein Teufel sein ; Der Teufel hat Gewalt sich zu verkleiden In lockende Gestalt; ja und vielleicht, Bei meiner Schwachheit und Melancholie, (Da er sehr mächtig ist bei solchen Geistern) Täuscht er mich zum Verderben : ich will Grund, Der sichrer ist. Das Schauspiel sei die Schlinge, In die den König sein Gewissen bringe.
Page 290 - Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lassest sie dahin fahren wie einen Strom und sind wie ein Schlaf; gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorret.
Page 452 - Er ging im Zimmer leise auf und ab, auf und ab. Er blieb stehen und lauschte und wurde eigentümlich ergriffen. Es waren ein paar wundervolle Takte, die immer wiederkehrten. Und das kleine Mädchen brachte alles heraus, was darin lag. Wie wenn ein Kind plötzlich ein Großer würde! „Was spielst du da ? !

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