Gedichte

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W. Hertz (Bessersche Buchhandlung), 1892 - 88 pages
 

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Popular passages

Page iv - Goethes. Die Jahre, in die sreilich die Kriege gegen Frankreich fielen, in denen Wenig trotzdem das innere Leben des Volkes unterbrach. Die Generation herrschte damals, die Goethe's Alter umgab. Der goldene Hintergrund um seine herrschende Gestalt. Diese Umgebung hatte eigenen angeborenen Glanz, Ohne sie gewährte Goethe selbst den glorreichen Anblick nicht, den er bietet.
Page xxv - Er war abgewiesen worden und gegangen, um nicht zurückzukehren, und so oft die alte Frau später von jenem Tage erzählte, wurde ihre Stimme leiser, und sie neigte das Haupt - »wenn ich ihn angenommen hätte damals wenn - « I DIE LETZTEN STUNDEN Novemher 1811 522.
Page v - ... dasselbe. Es gibt keine Kunst, der nicht ein gleichnamiges Handwerk zur Seite ginge, wie es kein Ding gibt, das nicht von zwei Seiten anzusehen wäre: einmal auf seine irdische Entstehung hin, dann aber auf seinen geistigen Rang unter den Erscheinungen, auf seine Schönheit. £ Dichtung und Dichter, ZUM Dichten gehört, daß dem Menschen Bilder vor Augen stehen, daß er den Drang fühle, sie darzustellen, daß er von Menschen umgeben sei, die ihn verstehen. Shakespeare war das reinste Phänomen...
Page ii - Tag war noch immer der schönste sür sie. Sie hätte uns Alle überlebt und, sroh und vergnügt, daß ihr gestattet sei, weiter zu leben, uns betrauert und immer aus neue Tage gerechnet, voll Regen oder Sonne, aber Tage, die sie miterlebte. Vom Neuesten war sie hingenommen. Von der neuesten Dichtung, dem neuesten Buche deutscher, englischer, sranzösischer Literatur. Ihr Verlangen nach srischen Vorräthen war unerschöpslich. Als sie zuletzt nicht mehr lesen konnte, wurde ihr vorgelesen. Bei Iedem,...
Page vi - Sonne und Lust und ein paar schattige Zweige waren, was sie verlangte. Sie beneidete Niemanden. Sie wollte Keinen verdrängen. Sie begehrte kaum Beisall oder Gehör. Aber sie sah, sie sühlte den Drang, sich auszusprechen, sie sand das richtige Wort, sie war niemals einsam. Ihr Wunsch wäre...
Page i - Worte waren, daß sie müde sei und schlasen wolle. Müde hatte sie wohl Niemand je gesehen. Vor wenig Wochen saß sie noch an ihrer gewohnten Stelle mit einem srühlingssrischen Schimmer. Sie wollte theilnehmen am Gespräch und genau wissen, was der Einzelne sagte. Und wir Alle sprachen, als höre sie zu. Ihre lebendigen Augen suchten zu ersetzen, was das Gehör zu versagen begann. Sie sragte, was da und dort geäußert worden sei. Sie bildete die regierende Mitte der Gesellschaft. Es lag nichts...
Page vii - Fünkchen sei: sie hätte in ihrer bescheidenen Art sich nur daran erinnert, daß Licht immer Licht bleibe. Den letzten Maßstäben des Geistes gegenüber decken Quantität und Qualität sich. Verlegen hätten solche Begegnungen sie nicht gemacht. Sie war daran gewöhnt, von Königen und Königinnen Freundliches zu ersahren. Als Kind war sie mit nach Königsberg genommen worden, als die Königin Luise nach der Schlacht von Iena dahin flüchtete.
Page ii - Tag registrirte sie als ein unschätzbares Plus zum allgemeinen Betrage. Sie wollte in sich jung geblieben sein. Im Theater war ihr wohl, wo sie sich als Mitglied der lebendig bewegten Gegenwart sühlen durste. Sie sah, sie hörte, sie schlürfte das Gesühl des allgemein Menschlichen ein.
Page ii - ... aber Tage, die sie miterlebte. Vom neuesten war sie hingenommen. Von der neuesten Dichtung, dem neuesten Buche deutscher, englischer, sranzösischer Literatur. Ihr Verlangen nach srischen Vorräthen war unerschöpslich. Als sie zuletzt nicht mehr lesen konnte, wurde ihr vorgelesen. Bei Jedem, den sie darüber sprach, setzte sie das Interesse voraus, das sie selbst beseelte, Dankbarkeit sür den gewährten Genuß war das erste Echo in ihr, Sie war sür das Positive: sie überging, was ihr mißsiel,...
Page viii - Das Programm Wilhelm von Humboldt's war in ihr ganzes Wesen eingedrungen. Der Glaube an die geistige Macht des Deutschen Volle».

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