Kleine mittelhochdeutsche Grammatik

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W. Braumüller, 1881 - German language - 100 pages
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Popular passages

Page 89 - ... man verliuset michel sagen man enwellez merken unde dagen 18. jane vihtet iu hie niemen mite der leu en werde in getan 245.
Page 30 - B. enkän, enkelten, enkinnen, enkurten. Ueber diese Verschiebung vor -te der Endung, die als homogene Assimilation bezeichnet werden kann, z. B. neigte : neicte, ougte : oucte, ist §. 48 gehandelt. In einer älteren Zeit ward g vor -te der Endung sibilirt, z. B. maht, phliht, gehuht, mohte, brähte, vgl. §. 45. §. 74. Inlautendes g konnte nicht bloss mitteldeutsch, sondern auch oberdeutsch, palatal werden und j vertreten. Palatales g zeigt sich z. B. in wsegen wehen, meige, zweiger, bligm, vigant...
Page 24 - B. krewe, sewen — krseje (krä), ssejen, fruwe, mtiwen = früeje, müejen, zuweilen auch wurzelhaftes h: ßüwen, schüwen, züwen = fliehen, schieben, ziehen. — Mhd. Gr. §§. 165 — 168. m. §. 59. Bei m ist auf die Assimilationskraft hinzuweisen , die es auf den anstossenden Consonant übt: Vorwärts wirkend: hemmen, frummen aus hemjan, frumjan, verdammen aus verdammen, wamme aus wambe, klimmen aus klimben. Mitteldeutsch ist die Assimilation mb:mm namentlich beliebt, z. B. ammet, imme, immez...
Page 88 - Hauptsatzes steht oft so), sit (der folgende Satz ist mit sit oder doch nicht selten eingeleitet), wan oder wan daz, unde, oder, selten swenne. §. 209. Die Partikel der Verneinung für den im Zeitwort liegenden Begriff wie für den ganzen Satz ist germanisch ni, mittelhochdeutsch ne. Zu ne entwickelte sich im zwölften Jahrhundert die umgestellte Form en. ne wird mhd. nie vor Vocalen gebraucht, sondern steht zwischen vocalischem Auslaut und consonantischem Anlaut, oder auch zwischen consonantischem...
Page 27 - Gr. §§. 186, 187. §. 66. Im Anlaut ist s harter lingualer Reibelaut. In den Verbindungen sl sm sn sp sw st ist s in der mittelhochdeutschen Zeit wahrscheinlich nicht mehr als reines s gesprochen worden. Sicher lautete sc im dreizehnten Jahrhundert wie seh, welches auch überwiegend dafür geschrieben ward. — Mhd. Gr., §§. 188, 192. Bei inlautendem s ist der grammatische Wechsel mit r wichtig, §. 47. s ist stehend zu r geworden in arn...
Page 14 - Ausserdem ist dies e für ei in wenic, zwene und bede allgemein geworden. Mundartlich dehnte es sich obd. wenig über diese Fälle aus; mitteldeutsch galt für die Schriftsprache dasselbe. Seit dem vierzehnten Jahrhundert aber griffen hier die S für ei stark um sich. — Mhd. Gr. §§. 63, 65. (Ueber neues bairisches ei aus ? §. 30; über ei und $ aus age ege ede §. 12, aus ege ehe §. 16.) au ou ö (ön oe).
Page 7 - Ind. Sg. gibe, gibes, gibt, Pl. geben, gebet, gebent. Conj. gebe. Imp. gip, Pl. gebet. Inf. geben. Ptc. gebende. weil die Endungen, vor denen e blieb, in älterer Zeit ein a, diejenigen, vor denen e zu ?' erhöht ward, ein i oder u enthielten.
Page 1 - Fügungen und die Umwandlungen im Wortgebrauche. §. 2. In dem Mittelhochdeutschen scheiden sich zwei Hauptdialecte : der oberdeutsche und der mitteldeutsche. Zu dem oberdeutschen gehören das Alemannische und Bairische, zu dem mitteldeutschen das Ober- und Mittelfränkische, Hessische, Thüringische und Ostdeutsche. Hervortretende Eigenheiten des Mitteldeutschen, durch welche es sich von dem Oberdeutschen unterscheidet, sind ausser dem Wortschatz die Vorliebe für e
Page 14 - Für iu ward seit dem zwölften Jahrhundert im Bairischen eu gesprochen und geschrieben. — Mhd. Gr. §. 118, 119. Diphthonge ai oder ei, au oder ou, äu oder öu, iu ie, uo üe. ai ei. §. 34. ai oder ei, wie vom zehnten bis vierzehnten Jahrhundert gewöhnlich geschrieben ward, ist die höchste Steigerung des i (§. 4). Vor jwhr ward ei regelmässig zu e monophthongisirt; die Wirkung blieb, anch wenn j und w im Auslaut schwanden.

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