Ueber Jacob Grimms Orthographie. - Göttingen, Dieterich 1867

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Dieterische buchhandlung, 1867 - German language - 73 pages
 

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Popular passages

Page 63 - ... verbreiten. Da keine wissenschaft erschöpft oder erschöpflich ist, so wird an jeder stelle, wo man in sie eindringe, gewinn aus ihr erbeutet werden, wie aus dem boden, wo man in ihn senke, quellendes wasser zu ziehen ist. Bei jedem wissenschaftlich arbeitenden soll sich aber ein untrügliches gefühl einfinden für die unterscheidung dessen was abgethan und erledigt sei von dem was sich vorbereitet habe und in raschen angrif genommen werden müsse: hier und nicht dort ist die kraft anzusetzen.
Page 63 - ... unsern Pfol beziehen? ich finde gerade die feier des irischen sonnengottes Beal oder Bail auf den 1. mai gesetzt. Bailteine ist der tag des heiligen belfeuers, das zweimal jährlich, am 1. mai und am 1. november neu entzündet wurde. ' wäre dieser Pfultag aus dem celtischen cultus übrig geblieben? welche feste in ganz Deutschland auf den 1. mai fielen ist bekannt und der heil. Waldburg zu ehren wäre Phol um einen tag fortgeschoben worden. es soll kein gewicht darauf gelegt sein, dasz auch...
Page 70 - ... ist diese sinnliche Vorstellung bisher noch unaufgedeckt geblieben; wahrscheinlich war sie in domum recepi, habitare feci, weil wer jemand bei sich aufnimmt, wohnen läszt, ihm gnädig, hold und günstig ist.
Page 63 - Grana bogo, obschon sich die altnordische weise leicht zu zehn oder zwölf silben versteigt, die stäbe der alliteration beherschen aber die einzelnen zeilen wie in der finnischen poesie. Am sichersten einführen in das finnische epos selbst wird uns eine betrachtung der örter und länder in welchen es spielt und hier...
Page 44 - Wir Deutschen sind und bleiben pedantisch, in kleinigkeiten schwierig und groszes unbeachtet fahren lassend, meine autorität in deutschen dingen schlage ich gering an, seit ich nicht einmal vermochte, das elende ss neben ß zu stürzen und zopf samt haarbeutel von allen fortgetragen wird.
Page 64 - Oberhaupt noch wurzele ergibt sich aus den oft wiederholten erzählungen von felsen die ein abgehaunes stück von dem riesen oder von seen die sein entströmendes blut hervorbringt, vielleicht lassen sich aus angelsächsischen Schriftstellern ähnliche annahmen belegen.
Page 69 - Sprachforschern wird dis femina, soror und dea ausgelegt, das goth. filudeisei iravoupf ia ist kaum heranzuziehen, wichtiger schiene schon die thrakische kürzung Bendis für Benedis? aus dem dreisilbigen wort könnten die Griechen ein zweisilbiges Bendis gemacht haben? ich erlaube mir hier wahrzunehmen, dasz in dem unter Ktesikles (olymp. 111, 3 = 334 vor Chr.) abgefaszten dermatikon, also in der ältesten das thrakische wort gewährenden Urkunde...
Page 66 - ... merisen heinän) in einen see fällt, nacheinander von mehrern fischen verschlungen und von den menschen aus dem leib des gefangnen fisches geschlitzt wird. fische wie vögel schaffen das element herbei; gleich mächtig ist das der luft, und die winde werden, wie fast in allen mythologien personificiert. Ahava, der westwind, zeugt mit Penitar (der welpin), einer blinden frau in Pohja die hnnde (7, 204 ff.) wie Achills rosse Xanthos und Balios von Zephyros mit der harpye Podarge (II.
Page 67 - ... dasz maipms eigentlich pferd, skatts rind aussagen. bei geschenk denken wir heutzutage ebensowenig an fusio, bei schenken nicht an fundere, sondern haben den alten begrif auf das zusammengesetzte einschenken infundere beschränkt, schenken, ohne ein zugefügtes wein...
Page 68 - ... ungern, so ein fauler und läßiger antworter ist er; er verliert seine schöne zeit und seine vielseitige gelehrsamkeit über prickeleien; eine deutsche grammatik soll er schon zehn jähre im pulte haben, läßt mich aber immer sich zuvorkommen. Daß Sie mit Meusebach bekannt geworden sind, freut mich; ich laße ihn grüßen und ob ich ihm Dornavii amphitheatrum schenken solle ? es steht bekanntlich Fischarts flohhatz etc. drin gedruckt, auch ist das buch sonst nicht gemein. Er muß es aber...

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