August Klingemann's dramatische Werke: Bd. Das Kreuz im Norden ; Faust

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Popular passages

Page 204 - Q knie nicht für mich — — das ist vergebens! Zum Himmel schwingst du nie mich mit dir auf; Doch laß der Erde Freuden uns genießen, Und fühle glühend mit in meine Seele, Wenn sie des Lebens Hochgenuß berauscht! — (Indem er auf die Erscheinung zueilen will, verschwindet sie mit einem Donnerschlag.
Page 99 - Genießen will ich, glühend heiß genießen, Und nimmer welken soll mir der Genuß; Ins Herz des Lebens will ich überfließen, Berauschen mich an seinem schönsten Kuß; Doch Dauer sei dem Augenblick gegeben, Rauscht er hinweg, mag ich ihn nicht durchleben!
Page 63 - Kein Aberglaube hat herrschend und weit durch Zeiten und Völker verbreitet sein können, ohne eine Grundlage in der menschlichen Natur zu haben : an diese wendet sich der Dichter und ruft aus ihren verborgenen Tiefen hervor, was die Aufklärung gänzlich beseitigt zu haben meint, jenen Schauer vor dem Unbekannten, jene Ahnung einer nächtlichen Seite der Natur und Geisterwelt.
Page 84 - Und mich nun gar mit meiner Druckerfindung, Mich zählt man zu den Ketzern, und die Mönche, Sie schreien laut aus ihren Klosterlöchern, Daß ich dadurch sie um den Wein bestehle Für ihren Schreiberlohn; — und noch um mehr, Sobald die Menschen wirklich lesen lernen. Käthe (schmiegt sich an ihn).
Page 89 - Claren Kirchhof, Der Mutter Grab schuf ich zum Blumengarten, Und als ihm eine Lilie entsprossen, Erschien sie mir der Lichtglanz ihrer Seele! (Ergriffen.) V>e Mutter ruht dort auch!
Page 206 - Auch feßl' ich dich von jetzt an meine Fersen ; ^ Doch daß du nicht das Ebenbild des Herrn Durch trügerisches Eonterfey entehrst. So wandele den Abscheu deiner selbst In eines Hunds verworfene Gestalt, Und winde dich im Staub zu meinen Füßen, Daß ich dich trete, wenn mein Grimm entbrennt — (es donnert wüthend in der Höhle.) (heftig...
Page 320 - Verfluchter, türme sie um mich zusammen! Ich trotze ihnen, trotze deinen Mächten, Der wilde Schmerz, ich will mit ihm nicht rechten, Ihn jubelnd tragen, deine Wut verlachen, Dich und die Hölle selbst zuschanden machen; So, wild und kühn, mein wildes Dasein krönen, Ich will's — der Faust — und ewig dich verhöhnen!
Page 65 - Grauen, das durch die alte Legende waltet, in den neueren Darstellungen gänzlich verschwunden ist. Die Herrlichkeiten des Götheschen Faust sind anerkannt, aber Göthe's Gedicht hat nur dramatische Momente, und ist nie für die Bühne bestimmt worden.
Page 65 - Bühne bis jetzt noch an einem echt dramatischen Faust, und Lessing scheint den Ton angegeben zu haben, den Gegenstand überhaupt so sehr in das Gebiet der Philosophie hinüberzuspielen, daß die mystischen Beziehungen bei den...
Page 225 - Käthe, die vor semer wilden Sinnlichkeit zurückschreckt. Plötzlich wird sie gewahr, dass seine linke Hand blutet. Ganz mechanisch spricht sie ein Märchen von einem Grafen vor sich hin , der im Walde mit dem Blut der linken Hand seine Seele dem Teufel verschrieben habe : „drauf ward der Grafe Ein reicher Mann, allein die Wunde heilte Nie wieder zu , und nach der Feuertaufe Blieb sein Gesicht — (bricht in dem Augenblicke Faust anblickend ab, verläust den vorigen Ton und schreit ausser sich...

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