Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien, Volume 19

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Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Wien, 1869 - Biology
 

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Page 300 - Die Urgeschichte der Art (Phylogenie) wird in ihrer Entwickelungsgeschichte (Ontogenie) um so vollständiger erhalten sein, je länger die Reihe der Jugendzustände ist, die sie gleichmässigen Schritts durchläuft, und um so treuer, je weniger sich die Lebensweise der Jungen von der der Alten entfernt, und je weniger die Eigenthümlichkeiten der einzelnen Jugendzustände als aus späteren in frühere Lebensabschnitte zurückverlegt oder als selbstständig erworben sich Auffassen lassen.
Page 70 - Gipfel der Wedelanlage eine flache Zellenmasse hervor, die Anlage des sterilen Wedels, an welchem zunächst die untersten Fiederlappen der Spreite auftreten. Während nun an dem fortwährend sich verlängernden Ende des Zellkörpers die nächsten vier bis sechs Abschnitte der sterilen Frons sichtbar werden, zeigt sich dicht unter den ältesten Fiederlappen derselben, beinahe zwischen ihnen, ein knopfförmiger Zellenhöcker : der Anfang des fruchtbaren Wedels. Soweit entwickelt sich das Wedelpaar...
Page 87 - Stängelende der erwachsenen Pflanze als niedrige, flach kegelförmige Erhabenheit. Zunächst entwickelt sich der basilare Scheidentheil durch lebhafte Vermehrung der Zellen besonders in Richtung einer durch die Mittellinie des Organs gelegten, zur Längsachse des Stammes radialen Ebene, so dass die Anlage des zur Entfaltung im dritlnächsten FrUhlinge bestimmten Wedelpaares die Endknospe des Stängels nach Art des Cotyledons einer Liliáceo bedeckt.
Page 70 - Zellkörpers die nächsten vier bis sechs Abschnitte der sterilen Frons sichtbar werden, zeigt sich dicht unter den ältesten Fiederlappen derselben, beinahe zwischen ihnen, ein knopfförmiger Zellenhöcker : der Anfang des fruchtbaren Wedels. Soweit entwickelt sich das Wedelpaar bis zum Hochsommer des zweiten Jahres. Bis zum nächsten Vorfrühling ruht seine weitere Ausbildung. Während dieser Zeit bleibt der Querspalt, welcher den...
Page 299 - gelangen also zu einem neuen Ziele, entweder indem sie schon auf dem Wege zur elterlichen Form früher oder später abirren oder indem sie diesen Weg zwar unbeirrt durchlaufen, aber dann statt stille zu stehen noch weiter schreiten.
Page 69 - In Folge der gewöhnlichen Richtung der Archegonien mit der Mündung nach 'unten wird der Embryo zu einer halben Wendung genöthigt, um seine Knospe aufwärts zu kehren, so dass man das Prothallium ihm scheinbar seitlich ansitzend, nicht aufsitzend findet. Die jüngsten im Zusammenhange mit Prothallien beobachteten Keimpflanzen zeigten mindestens zwei Wurzeln und ausserdem neben dem Vegetationspunkte einen halbkugeligen...
Page 70 - Keimpflänzchens nimmt der Vegetationspunkt ein, das weiterer Entwickelung fähige Ende der secundären Achse des Embryo (T. XII f. 6h, 71'). Dieses Knöspchen, eine flach kegelförmige Gruppe dünnwandiger Zellen, befindet sich auf dem Grunde einer engen kurzen Querspalte des stumpfen Scheitels der Keimpflanze: der engen Oeffnung des scheidig geschlossenen, niederblattartigen ersten Wedels des Keimlings (T. XII f.
Page 70 - ... ihnen, ein knopfförmiger Zellenhöcker : der Anfang des fruchtbaren Wedels. Soweit entwickelt sich das Wedelpaar bis zum Hochsommer des zweiten Jahres. Bis zum nächsten Vorfrühling ruht seine weitere Ausbildung. Während dieser Zeit bleibt der Querspalt, welcher den Vorderrand der scheidigen Wedelbasis von dem darunter liegenden Gewebe trennt, auf eine kurze Strecke noch offen ; es besteht ein...
Page 70 - Liliáceo bedeckt. Der Scheitel der Wedelanlage ist zu dieser Zeit fast halbkugelig, ohne Spur einer Theilung. Der Vorderrand einer Wedelbasis steht nicht in organischem Zusammenhang mit dem Gewebe des Stammendes, auf welchem er ruht; hier findet sich eine zwar niedrige, aber verhältnissmässig breite Spalte (T.
Page 299 - Die in der Entwicklungsgeschichte erhaltene geschichtliche Urkunde wird allmählich verwischt, indem die Entwicklung einen immer geraderen Weg vom Ei zum fertigen Thiere einschlägt, und sie wird häufig gefälscht durch den Kampf um's Dasein, den die freilebenden Larven zu bestehen haben2).

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