Donau-Bulgarien und der Balkan: Historisch-geographisch-ethnographische Reisestudien aus den Jahren 1860-1875, Volume 1

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H. Fries, 1875 - Balkan Peninsula
 

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Popular passages

Page 96 - So. kaiserliche Majestät der Sultan in seiner beständigen Fürsorge für das Wohl seiner Unterthanen einen Ferman erlassen hat, welcher, die Lage derselben ohne Unterschied der Religion oder der Abstammung verbessernd, seine grossmüthigen Gesinnungen gegen die christliche Bevölkerung des Reiches...
Page 37 - Es ist bei uns Sitte, dass unser Herrscher von einem Maun von erprobter Treue und Klugheit die Waffen, Pferde und Alles zum Kampfe Nöthige vor der Schlacht besichtigen lässt. Findet sich nun bei Jemandem etwas in schlechtem Zustande. so wird er hingerichtet: was ist in dieser Beziehung jetzt zu thun?
Page 38 - Wenn man einen Dieb oder Räuber gefangen nimmt und dieser läugnet, so wird er nach unsrer Sitte von dem Richter mit einem Stocke so lange auf den Kopf geschlagen und mit einem spitzen Eisen in die Seite gestochen, bis er bekennt: was soll man jetzt thun?
Page 51 - ... nach dem einmüthigen Zeugniß der Nachbarstämme" zu den arbeitsamsten und geduldigsten Völkern der europäischen Türkei gehöre. Wutzer vermißte bei den Bulgaren allerdings zielstrebige Initiativen zur nationalen Befreiung. Wenn sie diese ergriffen hätten, dann hätten sie selbst „die sogenannte orientalische Frage längst gelöst. Auch würden sie längst schon den griechischen Klerus aus dem Lande gejagt und wie die Serben eine eigene Nationalkirche sich gestiftet haben...
Page 269 - Den Malern und Geologen sei das Herabsteigen von der Belogradciker Höhe gegen Verbora (richtig: Vrbova) empfohlen. Die Engpässe von Ollioula in der Provence, das Defile von Pancorbo in Spanien, die Alpen, die Pyrenäen, die wildesten Berge von Tirol und die Schweiz besitzen nichts, was dem verglichen werden könnte", äußerte Blanqui, jenes berühmte Mitglied des Pariser Instituts, das im Jahre 1841 Bulgarien im Auftrag der türkischen Regierung bereiste.
Page 37 - ... um den Hals: taugt dieser Gebrauch etwas? — Nein (79). Vor der Annahme des Christenthums fand man bei uns einen Stein, von dem die Kranken ein Stückchen nahmen und manchmal gesund wurden , manchmal aber auch nicht. Was sollen wir mit diesem Steine thun? — Ihn verwerfen (62). Wenn unser Landesherr der Sitte gemä'ss bei der Mahlzeit auf einem Lehnstuhle zu Tische sitzt (in sedili ad mensam), so setzt sich Niemand zu ihm, auch seine' Gemahlin nicht, wir aber sitzen in sellis (?) und essen...
Page 269 - Anerbieten höflich ab. Allein betraten wir die Felsenwelt von Belogradcik. Ein dünner Wasserfaden glitzerte als Führer in dem von N. nach S. sich öffnenden engen Thale auf, durch welches der Weg nach dem Lom führt. Der Mond war eben heraufgestiegen. Er beleuchtete eine der phantastischsten Schöpfungen der Allmacht. Wie das Unbeschreibliche schildern? „Den Malern und Geologen sei das Herabsteigen von der Belogradciker Höhe gegen Verbora (Vrbova) empfolen.
Page 51 - ... die Bulgaren, deren Land er quer durchzog bis nach Varna. Bei den Rumänen kann man noch zweifeln, ob sie sich die Befreiung von ungerechtem Druck wirklich zunutze machen werden, oder ob ihre Trägheit das wahre Hindernis ihrer Entwicklung ist. Bei den Bulgaren dagegen sind offenbar die Mißhandlung durch die Osmanen und die langjährige Knechtschaft sowie die schmähliche Aussaugung durch den griechischen Klerus...
Page 37 - Wie soll man einen freien Menschen richten, der bei seiner Flucht aus dem Vaterlande ergriffen wird? - Nach den Gesetzen. Dem freien, durch keine Verbindlichkeit festgehaltenen Menschen kann das jedoch nicht als eine Schuld angerechnet werden, wenn er gleich Abraham sein Vaterland verlässt...
Page 46 - Bewegung. Die jüngere, in Pest, Wien, Paris erzogene Generation hat jedoch mit der alten Tradition gebrochen. Sie erobert der europäischen Mode täglich ein immer wachsendes Gebiet und die Wiener Confectionsgeschäfte werden bald die bulgarischen Schönen zu ihren besten Kunden zählen.4

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