Ehstnische Volkslieder, Volume 1

Front Cover
Kluge und Ströhm, 1850
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 224 - ... Haube. Neus, Esthnische Volkslieder S. 281. Altajer und Teleuten. Ohne Land giebts keinen Fluß, ohne Gott giebts kein Volk, ohne Kragen ist kein Pelz, ohne Gesetz ist kein Volk. Radioff, Proben l, 6. Noch erkennbar ist die Zweiteiligkeit. Ein Sechszeiler dieses Typus ist im Esthnischen gebildet: Fünf auf Erden sind mißachtet : Erst ein Sohn, der sonder Vater, Dann die Tochter, die ohn Mutter, Drittens der geringe Diener, Viertens eine arme Waise, Fünftens ein verwittwet Wesen.
Page i - Während noch am Ende des vorigen, ja zu Anfang dieses Jahrhunderts der eintönige Gesang der Volkslieder alle gemeinsame Feldarbeiten, alle gemeinsamen Vergnügungen belebend und ermunternd begleitete, ist er bei den Arbeiten nur noch selten zu vernehmen, ja in manchen Theilen des Landes selbst bei den Vergnügungen bereits gänzlich verschollen.
Page 57 - Bräulchens, aus des Hauseshühnchens Locken. Fehlten da Spieler des Saitenspiels, sie, der Harfe Hallerzeuger. Brüderchen, o du mein Lieber! trag die Harfe hin zur Halle, lehn...
Page 359 - Dieses Bruders Brillantenfassung, Diese Hundert in Geld der Schwester. Neus, aa 0. Freiere Formen sind bei diesem Typus durch die von vornherein festgelegte Disposition fast ausgeschlossen. Besonders scheint feinere antithetische...
Page xviii - Liste, Und in jedem Vaters Namen. Keinen Sohn hast du, mein Vater, Keinen Sohn zum Krieg erwachsen. Keinen altern Bruder Mou-Lan! Morgen will ich nach dem Markte, Pferd und Sattel mir zu kaufen, An der Stelle meines Vaters, Wie ein gutes Kind zu dienen. Auf dem Ostmarkt kauft ein Pferd sie, Auf dem Westmarkt einen Sattel, Auf dem Südmarkt einen Zügel Auf dem Nordmarkt eine Peitsche. Lebewohl sagt sie am Morgen Ihrem Vater, ihrer Mutter. Abends bei dem gelben Flusse Will die Nacht sie dort verbringen...
Page 104 - Mutter Maria reiste wohl über das Land, Sie hat ihr liebes Kind bei der Hand. Da Kamen die Diebe und wollten stehlen. Da sprach sie zu St. Peter: Binde! St. Peter sprach: Ich habe gebunden Mit eisernen Banden mit Gottes Händen. Du, Dieb und Diebin, sollst gebunden sein.
Page x - ... Gesichtspunkte für das Urteil zu gewinnen, können nur wenig befriedigen. Es sind zum Teil oberflächliche Beobachtungen ohne Ziel und Zusammenhang. So wenn Neus, der Herausgeber der estnischen Volkslieder, folgende schiefe Erläuterung des Parallelismus liefert: „Die Volksdichtung sieht sich oft genötigt und liebt es, einer Zeile, deren Sinn nicht sofort hell und klar einzuleuchten oder die für den beabsichtigten Eindruck zu schwach scheinen möchte, einen zweiten, einen dritten gleichen...
Page 218 - Herz verleid' euch's, Stehn noch Aehren auf dem Acker, Auf dem Felde Schweineschwänzchen usw Der Herausgeber bemerkt ausdrücklich, dass sich die sechste Zeile auf die vereinzelt stehen gebliebenen Aehren beziehe. Aus Deutschland ist mir dieselbe Sitte in etwas anderer Form bekannt geworden. So aus dem Amt Sal/a bei Meiningen.
Page 74 - Um zu sehen, wer von den ledigen Schnitterinnen zuerst werde Braut werden, treten sie, gewöhnlich nach Beendigung des Roggenschnittes, singend zusammen, beugen sich, wie beim Schnitt, mit den Köpfen zur Erde und werfen die Sicheln über die l) GERHARD aa O. II, S. 25. J Schulter rückwärts. Diejenige, deren Sichel sich am weitesten entfernt hat, wird für die Glückliche gehalten.
Page 368 - Laßt ihr nicht, so bitt' ich nimmer, Wiege willig bis zum Abend, Schaukle bis zum schönen Morgen, Singe bis zum Tage selber! Bald darauf heißt es ganz unvermittelt: Auf der Herde Steig, was fand sie? Auf der Herde Steig ein Hühnchen; Hob und trug es heim zur Mutter. In die Truhe tat's die Mutter, Unterm Deckel aufzuwachsen.

Bibliographic information