Robert Schumann

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"Harmonie", Verlagsgesellschaft für Literatur und Kunst, 1903 - Composers - 111 pages
 

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Popular passages

Page 106 - Was mag wohl Beethoven sich unter den Bässen gedacht haben?« Herr, antwortete ich, schwerlich genug; Genies pflegen Spaß zu machen, - es scheint eine Art Nachtwächtergesang: - Weg war die schöne Minute und der Satan wieder los. Und wie ich nun diese Beethovener ansah, wie sie dastanden mit glotzenden Augen und sagten: das ist von unserm Beethoven, das ist ein deutsches Werk - im letzten Satz befindet sich eine Doppelfuge — man hat ihm vorgeworfen, er prästiere dergleichen nicht, aber wie...
Page 109 - Der geistlichen Musik die Kraft zuzuwenden, bleibt ja wohl das höchste Ziel des Künstlers. Aber in der Jugend wurzeln wir alle ja noch so fest in der Erde mit ihren Freuden und Leiden; mit dem höheren Alter streben wohl auch die Zweige höher. Und so hoffe ich, wird auch diese Zeit meinem Streben nicht zu fern mehr sein.
Page 47 - Saiteninstrumente, - und jedes so abweichend vom ändern, daß sie jedes verschiedenen Quellen zu entströmen schienen. Und dann schien es, als vereinigte er, als Strom dahinbrausend, alle wie zu einem Wasserfall, über die hinunterstürzenden Wogen den friedlichen Regenbogen tragend und am Ufer von Schmetterlingen umspielt und von Nachtigallenstimmen begleitet.
Page 105 - Sie haben viel, sehr viel von der Natur empfangen; nützen Sie es, und die Achtung der Welt wird Ihnen nicht entgehen.
Page 106 - Licht" — nun ginge die Sonne auf über dem ersten Menschen, der entzückt wäre über solche Herrlichkeit — kurz, das ganze erste Kapitel des Pentateuchs sei sie.
Page 108 - Wogen durchschnitten: so hört ich hier Gedanken, die oft nicht die rechten Dolmetscher gewählt hatten, um in ihrer ganzen Schöne zu glänzen, aber der feurige Geist, der sie trieb, und die Sehnsucht, die sie steuerte, strömte sie endlich sicher zum Ziel. Nun zog ein junger Sarazenenheld heran wie eine Oriflamme mit Lanze und Schwert und...
Page 108 - CLARA höhnisch: Auch die Rolle der passiven, fernen Heiligen wird uns oft zugewiesen. Ich bin, wie schon erwähnt, mehr der Typus Elfenkind. Manchmal auch kurz Engelskind genannt. Am Flügel sitzt und auf Lieder sinnt. Und wie es in die Tasten greift, im Zauberringe vorüberschweift, Gestalt an Gestalt und Bild nach Bild, Erlkönig alt und Mignon mild, und trotziger Ritter im Waffenflitter und knieende Nonne in Andachtswonne.
Page 105 - Und das eben ist es denn ja, was mir so wohlgefallen hat. Wenn ich durch jene Natur- und Jugendsünden die sich mir offenbarende Unsicherheit in den eigentlichen Elementen, sowie in dem höheren Studium der Kunst habe andeuten wollen, so hege ich den lebhaften Wunsch, mich Ihnen nach Jahren deutlicher mittheilen zu können.
Page 105 - Vergiß mich dann nicht, den fernen Freund, der recht zermalmt und unglücklich ist, und wünsche mir Alles, was ich Dir aus der Ferne wünsche. Dein milder menschlicher Genius flattre leicht über den Koth des Lebens und Du selbst bleibe, was Du bist und warst — menschlich — menschlich.
Page 12 - Was ich eigentlich bin, weiß ich selbst noch nicht klar. Phantasie, glaub ich, habe ich, und sie wird mir auch von keinem abgesprochen. Tiefer Denker bin ich nicht; ich kann niemals logisch an dem Faden fortgehen, den ich vielleicht gut angeknüpft habe. Ob ich Dichter bin — denn werden kann man es nie — soll die Nachwelt entscheiden.

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