Die Geschichte der Ästhetik im Altertum: ihrer begrifflichen Entwicklung nach dargestellt

Front Cover
Reisland, 1893 - Aesthetics, Ancient - 891 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 287 - Wer nun erst frisch von der Weihe kommt und einer von denen ist, die dort im Jenseits viel erschauten, der, wenn er ein göttliches Antlitz, welches die Schönheit wohl nachbildet oder eine Körpergestalt erblickt, wird zunächst, der damals erlebten Bedrängnis gedenkend, von Bestürzung befallen, dann aber recht zu ihr hintretend, erkennt er ihr Wesen und verehrt sie wie einen Gott, denn die Erinnerung zur Idee der Schönheit erhoben schaut diese wiederum neben der Besonnenheit auf heiligem Boden...
Page 287 - ... Einfühlung« jahrzehntelang zur einflußreichsten ästhetischen Theorie machte, liegt darin, daß er Kunst und Kunsttheorie zum Hauptträger dieses »religiösen Atheismus« erhebt. Schon in der ersten Selbstkritik sagt er: »Wenn das Schöne nicht wäre, so gäbe es keinen Punkt, auf...
Page 380 - Ferner unterschieden sich die Griechen noch durch eine doppelte Umkehrung von uns. Wir verlegen die sinnliche Seligkeit auf die Erde und das sittliche Ideal in die Gottheit. Die Griechen geben den Göttern das Glück, den Menschen die Tugend.
Page 287 - Die, eine Glorie von Orionen Ums Angesicht, in hehrer Majestät, Nur angeschaut von reineren Dämonen, Verzehrend über Sternen geht, Geflohn auf ihrem Sonnenthrone, Die furchtbar herrliche Urania, Mit abgelegter Feuerkrone Steht sie — als Schönheit vor uns da.
Page 6 - Thetis bildet für alle Zeiten das Vorbild, nach welchem die dichterische Phantasie der Griechen diesen Körperteil ihrer Gebilde zeichnet . . . Keinem Manne oder mannhaft gedachten Gotte legt Hesiod Schönheit bei; auch bezeichnet sie hier noch keinerlei inneren Wert. Sie erscheint ganz vorwiegend als die äußere Gestalt des Weibes, an Aphrodite und die okeanischen Lebensformen gebunden.
Page 6 - Wahlverwandtschaften" herrschend geworden. Wenn sie so in ihr Zentrum hineinführt, weist sie andrerseits wieder zurück auf den mythischen Ursprung ihres Bildes vom schönen Leben und erlaubt mit vollendeter Klarheit es zu erkennen. „In dem Elemente, dem Aphrodite entstieg, scheint die Schönheit recht eigentlich heimisch zu sein.

Bibliographic information