Der Process Gervinus: Verhandlungen vor dem Grossherzoglich Badischen Oberamt Heidelberg und dem Grossherzoglichen Hofgericht des Unterrhein-Kreises zu Mannheim, nebst dem Rechtsgutachten der Juristen-Facultät der Universität Göttingen und dem hofgerichtlichen Urtheil vm 8. März. Erster Theil

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Schwetschke, 1853 - Trials - 234 pages
 

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Page 62 - Zunahme begriffen; nicht die Qualität, nicht die Höhe der Bildung der Einzelnen macht den Ruhm dieser Zeit aus, sondern die Quantität, die Weite, die Ausbreitung der Bildung unter den Vielen...
Page 202 - Wenn sich, wie auf die kaiserliche Periode die aristokratische, so auf die aristokratische Ordnung in Deutschland eine demokratische in derselben reinen Ablösung und Gestaltung ohne zu große und erschöpfende Zerrüttungen bilden kann, so wird Deutschland seine Geschichte mit neidwürdiger Sicherheit, und in einem gleichen Zuge bescheidener Großheit fortsetzen.
Page 63 - Widerstand und den zeitweisen Siegen der Gegner. Ihre Forderungen aber gehen dahin, daß der Staat das Wohl der Vielen endlich seine Sorge sein lasse , und nicht das der Wenigen und Einzelnen.
Page 189 - Wortbruch, mit dem den Völkern die zugesagten Rechte vorenthalten wurden, jedes Vertrauen verloren. Ihre neuesten Taten haben ihr bei vielen die letzten moralischen Stützen entzogen.
Page 198 - Deutschlands Geschichte seit der Reformation hat denselben regelmäßigen, nur langsameren Verlauf genommen, wie die Geschichte Englands und Frankreichs. Sie hat uns durch religiöse Freiheit (Reformation) und geistige Freiheit (Literaturperiode des vorigen Jahrhunderts) an die Schwelle der staatlichen Freiheit geführt, und läßt uns hoffen, daß wir auch diese in einem Maaße erringen werden, das den gründlichen Vorbereitungen entspricht.
Page 68 - Die Stärke des Glaubens und der Ueberzeugungen, die Macht des Gedankens, die Kraft der Entschlüsse, die Klarheit des Ziels, die Ausdauer der Hingebung ist in dem volksthümlichen Lager, Alles was einer geschichtlichen Bewegung den providentiellen Charakter, den Charakter der Unwiderstehlichkeit gibt22.
Page 65 - Theile der Welt sich so nahe gerückt sind, daß man sich überall der Rolle bewußt geworden ist, die der europäische Stamm der übrigen Menschheit gegenüber spielt, hat der...
Page 67 - Loosworte agrarischer Gesetze erhalten haben; noch wirksamer aber auf dem stillen Wege der untergrabenden Gewalt der Ideen und Sitten. Die Vorstellungen werden mehr und mehr von ihnen angesteckt, die Bräuche umgestaltet, die politischen Meinungen und Handlungen der Einzelnen und der Regierungen, selbst derer, die sich dawider sträuben, sind davon beherrscht. Die Beweglichkeit des Besitzes, die gleiche Erbtheilung, die gemeinsame Schule, die leichten Verkehrsmittel, Alles wirkt auf die Annäherung...
Page 68 - Die Emancipation aller Gedrückten und Leidenden ist der Ruf des Jahrhunderts, und die Gewalt dieser Ideen ist in der Abstellung von Servituten und Frohnden in Europa und in der Befreiung der Sklaven Westindiens über mächtige Interessen und eingewurzelte Zustände Sieger geworden. Dieß ist der große Zug der Zeit.
Page 64 - Ausdruck der gleichen Unterdrückung unter der Despotie ist, verlangt die Herrschaft des Volkswillens nach der Entscheidung der Mehrheit; bedingt eine Regierung, die nicht auf die Vorspiegelung eines göttlichen Rechts gegründet ist, sondern auf die Notwendigkeit; erfordert eine Gesetzgebung, die auf dem Bedürfnisse der Gesellschaft ruht, über das die Gesammtheit selber urtheilt.

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