Georg Hirth: ein Deutscher Publizist

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W. C. F. Hirth, 1921 - Publishers and publishing - 253 pages
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Page 80 - Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden.
Page 28 - Leichtlebigkeit und den tröstlichen Verzicht auf das Unerreichbare geerbt. Was ich etwa Nützliches geschaffen habe, betrachte ich nur als die Frucht leider nicht immer sorgsam gepflegter angeerbter Begabung. Die künstlerische Ausgestaltung meines Lebens und meiner publizistischen Tätigkeit aber, auch die künstlerische Note in meinen naturwissenschaftlichen Arbeiten rechne ich meinem vierzigjährigen Münchnertum zugute.
Page 8 - Eine gewisse Volubilität des Geistes hat mich verhindert, meine literarische Tätigkeit auf ein Gebiet festzulegen. Als Entschuldigung mag mir die lebendige Teilnahme an den gewaltigen Ereignissen der 60 er und 70 er Jahre und an den reichen Kulturaufgaben Deutschlands dienen.
Page 73 - Der Jugendstil unterscheidet sich von allem Früheren dadurch, daß er eigentlich gar kein Stil im starren Sinne des Wortes ist, sondern vielmehr das Prinzip der Befreiung und die alleinige Herrschaft der Zweckmäßigkeit und des künstlerischen Empfindens bedeutet.
Page 74 - Ich habe mich lange Zeit dagegen gesträubt, daß man meine Zeitschrift, welche nach ihrer ganzen Tendenz Generationen überdauern soll, zur Lebensgefährtin eines vergänglichen Stils mache — doch vergebens. Ich gebe meinen Protest auf und akzeptiere das Wort in der Hoffnung, daß dereinst, wenn der heute blühende Stil mit Tod abgehen wird, es der jung 1.) Im April 1897 brachte die Ausstellungszeitung einen Aufsatz üBer den Einfluß der Münchner „Jugend" auf die Bauten und die Dekorationsmalerei...
Page 14 - Vermögen besteht in einem angeborenen journalistischen Temperament mit dem unrealisierbaren guten Willen, den Postulaten des gesunden Menschenverstandes: der Gerechtigkeit, der Freiheit und dem Fortschritt überall zum Siege zu verhelfen. Vom deutschen Vater, dem „Erfinder...
Page 53 - die Überzeugung Gemeinguth wird, dass wir unser Heil in der Deutschen Renaissance des 16. und 17. Jahrhunderts zu suchen haben, dann muss es uns ja gelingen, über den unförmigen Moloch der Stil- und Geschmacklosigkeit Herr zu werden...
Page 105 - Unterlassungssünden im staatlichen Unterricht und in der Vorbildung für den bürgerlichen Beruf und den Waffendienst ebenso wie in der häuslichen und Selbsterziehung breite Abgründe für gewohnheitsmäßige Heuchelei, Verrohung und Verbrechen aller Art. Die Zeiten, wo man die Untertanen mit der Androhung himmlischer Strafen auf den Wegen der Tugend zu erhalten hoffte, sind vorüber ; gebieterisch tritt uns in den höchsten wie in den untersten Schichten der menschlichen Gesellschaft das Gebot...
Page 84 - Der elektrochemische Betrieb der Organismen, die Salzlösung als Elektrogenet und der elektrolytische Kreislauf mit dem Gehirn als Zentrale.
Page 41 - Seit Jahren plage ich mich vergeblich mit Versuchen zu einer Reform des Buchdrucks; vergeblich, sageich denn was ich als Praktiker etwa erreicht habe, kann den Kenner nicht befriedigen. Der Grund dieser Mißerfolge liegt nicht sowohl im Mangel an gutem Willen, sondern an der ganzen Entwickelung des Bücherwesens, das sich nicht mit einem Male auf den Kopf stellen läßt. Der tiefgehenden Degenerierung, der vollkommenen Kunstentfremdung, welcher der Buchdruck im Laufe der Jahrhunderte anheimgefallen...

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