Erwin Rohde: ein biographischer Versuch mit einem Bildnis und einer Auswahl von Aphorismen und Tagebuchbla̤ttern Rohdes : Ergänzungsheft zu Ermiw Rohdes Kleinen Schriften

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J.C.B. Mohr, 1902 - Philologists - 296 pages
 

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Popular passages

Page 252 - Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr lasst den Armen schuldig werden, Dann überlasst ihr ihn der Pein Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.
Page 150 - Eine unbeschreibliche Atmosphäre der Fremdheit, etwas mir damals völlig Unheimliches, umgab ihn. Es war etwas in ihm, was ich sonst nicht kannte, und vieles nicht mehr, was sonst ihn auszeichnete. Als käme er aus einem Lande, wo sonst Niemand wohnt.
Page 173 - Das, was hier erreicht ist, nicht einmal zu wollen. Dies Mosaik von Worten, wo jedes Wort als Klang, als Ort, als Begriff, nach rechts und links und über das Ganze hin seine Kraft ausströmt, dies MINIMUM in Umfang und Zahl der Zeichen, dies damit erzielte MAXIMUM in der...
Page 19 - Wirklich hat für die ganze Nachwelt Plato das Vorbild einer neuen Kunstform gegeben, das Vorbild des Roman's: der als die unendlich gesteigerte äsopische Fabel zu bezeichnen ist, in der die Poesie in einer ähnlichen Rangordnung zur dialektischen Philosophie lebt, wie viele Jahrhunderte hindurch dieselbe Philosophie zur Theologie: nämlich als ancüla. Dies war die neue Stellung der Poesie, in die sie Plato unter dem Drucke des dämonischen Sokrates drängte.
Page 72 - Sinne großzuziehen, sondern wollte nur, daß jeder Zuhörer sich die Überzeugung und den Wunsch bilde: man könne und dürfe sich dasjenige Vergangene, welches jedem individuell zusagt, selbständig zu eigen machen, und es könne hierin etwas Beglückendes liegen.
Page 116 - zweite Natur", aber nicht um die erste zu vernichten, sondern um sie zu ertragen. An meiner „ersten Natur" wäre ich längst zu Grunde gegangen — war ich beinahe zu Grunde 20 gegangen.
Page 184 - griechisch« prüfen, den Winckelmann und Goethe sich ge/ bildet haben, und ihn unverträglich mit jenem Elemente finden, aus dem die dionysische Kunst wächst - mit dem Orgiasmus. Ich zweifle in der Tat nicht daran, daß Goethe etwas Derartiges grundsätzlich aus den Möglichkeiten der griechischen Seele ausgeschlossen hätte. Folglich verstand Goethe die Griechen nicht. Denn erst in den dionysischen...
Page 184 - Was verbürgte sich der Hellene mit diesen Mysterien? Das ewige Leben, die ewige Wiederkehr des Lebens; die Zukunft in der Vergangenheit verheißen und geweiht; das triumphierende Ja zum Leben über Tod und Wandel hinaus; das wahre Leben als das Gesamt-Fortleben durch die Zeugung, durch die Mysterien der Geschlechtlichkeit.
Page 157 - Jemanden so zu behandeln, von dem Du weißt, daß ich ihn hochhalte. Magst Du, wenn es Dir gefällt, von mir selber nach Herzenslust und Gewohnheit Unsinn reden - das liegt in der natura rerum, ich habe mich nie darüber beklagt, noch es je anders erwartet. Aber in Bezug auf einen Gelehrten wie Taine, der Deiner species verwandter ist, solltest Du Augen im Kopfe haben. Ihn ,inhaltlos...
Page 160 - Fall Wagner" angefügt hat? . . . Dies Buch, mein Prüfstein für Das, was zu mir gehört, hat das Glück, nur den höchstgesinnten und strengsten Geistern zugänglich zu sein: dem Reste fehlen die Ohren dafür.

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