Ludwig Uhland: Eine Studie zu seiner Säkularfeier

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J.G. Cotta, 1887 - Authors, German - 199 pages
 

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Page 48 - Was die klassischen Dichtwerke trotz meines eifrigen Lesens mir nicht geben konnten, weil sie mir zu klar, zu fertig dastunden, was ich an der neueren Poesie mit all ihrem rhetorischen Schmucke vermißte, das fand ich hier: frische Bilder und Gestalten mit einem tiefen Hintergrunde, der die Phantasie beschäftigte und ansprach!
Page 119 - So auserwählt kein ird'scher Mann, Daß, wenn die Welt nach Freiheit dürstet, Er sie mit Freiheit tränken kann, Daß er allein in seinen Händen Den Reichtum alles Rechtes hält, Um an die Völker auszuspenden So viel, so wenig ihm gefällt.
Page 183 - Ehrenzeichen geschmückt zu sein, während solche, mit denen ich in vielem und Wichtigem zusammengegangen bin, weil sie in der letzten Zerrüttung weiterschritten, dem Verluste der Heimat, Freiheit und bürgerlichen Ehre, selbst dem Todesurteil verfallen sind...
Page 145 - Glauben Sie, meine Herren, es wird kein Haupt über Deutschland leuchten, das nicht mit einem vollen Tropfen demokratischen Öls gesalbt ist!
Page 33 - Krieges eingerichtet werden sollte, wie solche bereits bei allen, von den größten bis zu den kleinsten Staaten Deutschlands, stattfindet und wogegen unser König allein sich bisher verwahrt hat, ich mich einem solchen der guten Sache zu leistenden Dienste auf keine Weise entziehen möchte und darin eine wahre Beruhigung für mein ganzes künftiges Leben finden würde.
Page 73 - Unterscheidung zwischen den grossen dichtem, welche nicht nur durch ihre poesie wirken, sondern auch fremde gebiete, wie philosophie, geschichte, naturwissenschaft , in ihren gesichtskreis ziehen, und solchen, bei welchen jener fremdartige stoff ausgeschlossen bleibt, die daher minder reich und mannigfaltig sind, bei denen aber das wahre, innerste wesen der poesie reiner vorhanden ist, als bei jenen grossen. " Fischer meint, Uhland sei „als dichter wirklich blos dichter.
Page 184 - Tief empfinde ich, daß es minder schwer ist, der Ungunst und dem Unrecht die Stirne zu bieten, als einer großen und unerwarteten Begünstigung sich nicht entgegenkommend zu erzeigen, über alles drückend aber ist mir das Bewußtsein, daß Ihnen, edler, hochgestellter Mann, in dem Augenblicke, da Sie für die wohlwollendste, mit Aufopferung verfolgte Absicht nur Unlust und Verlegenheit ernten, mein inniger Dank, meine anhänglichste Verehrung nichts gelten kann.
Page 18 - Bekker sogar! keine Verlegenheit, keine Angst wirkt auf ihn, er wartet es ab, was draus werden möge, und schweigt. Redet er aber, so ist, was er sagt, gediegen, klar, zweckmäßig, und möglichst kurz; ohne alle Absicht und Ziererei ist es so, aus freier Natur heraus.
Page 183 - Widerspruch geraten würde, wenn ich in die mir zugedachte, zugleich mit einer Standeserhöhung verbundene Ehrenstelle eintreten wollte. Dieser Widerspruch wäre um so schneidender, als nach dem Schiffbruch nationaler Hoffnungen, auf dessen Planken auch ich geschwommen bin, es mir nicht gut anstände, mit Ehrenzeichen...
Page 78 - Fischer genötigt, wenn er jenen unterschied auf den einzelnen gebieten der dichtung durchführen will! Mit erstaunen liest man zbs 76: „Die natur spielt bei Uhland keine kleinere rolle, als bei Goethe; aber bei jenem finden wir nur rein stimmungsmässige natnrbetrachtung, bei Goethe auch in den gedichten nicht selten eine mehr spekulative art der Versenkung in die geheimnisse des naturlebens.

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