Gedichte von Ludwig Uhland: Vollständige kritische Ausg. auf Grund des handschriftlichen Nachlasses, Volume 1

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Verlag der J.G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger, 1898 - 862 pages
 

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Page 29 - Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal: Nun, armes Herz, vergiß der Qual! Nun muß sich alles, alles wenden.
Page 306 - Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich, Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich ; Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut, Und was er spricht, ist Geißel, und...
Page 307 - Nun sei bereit, mein Sohn! Denk unsrer tiefsten Lieder, stimm an den vollsten Ton! Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz ! Es gilt uns heut, zu rühren des Königs steinern Herz.
Page 150 - HAST du das Schloß gesehen, Das hohe Schloß am Meer? Golden und rosig wehen Die Wolken drüber her. Es möchte sich niederneigen In die spiegelklare Flut, Es möchte streben und steigen In der Abendwolken Glut." — „Wohl hab' ich es gesehen, Das hohe Schloß am Meer Und den Mond darüber stehen Und Nebel weit umher.
Page 74 - Ihr Völker! die ihr viel gelitten, Vergaßt auch ihr den schwülen Tag? Das Herrlichste, was ihr erstritten, Wie kommt's, daß es nicht frommen mag? Zermalmt habt ihr die fremden Horden, Doch innen hat sich nichts gehellt, Und Freie seid ihr nicht geworden, Wenn ihr das Recht nicht festgestellt.
Page 308 - Gärten gellt: .Weh euch, ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang, nein, Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt, bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt! Weh euch, ihr duft'gen Gärten im holden Maienlicht! Euch zeig...
Page 307 - Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal, Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl: Der König furchtbar prächtig wie blut'ger Nordlichtschein, Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein. Da schlug der Greis die Saiten, er schlug sie wundervoll, Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll ; Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor, Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor. Sie singen von Lenz und Liebe, von sel'ger goldner Zeit,...
Page 277 - Prall versuch' ich das Glück von Edenhall!" Und als das Trinkglas gellend springt, springt das Gewölb' mit jähem Knall, und aus dem Riß die Flamme dringt; die Gäste sind zerstoben all' mit dem brechenden Glücke von Edenhall.
Page 75 - Fürstenrät' und Hofmarschälle Mit trübem Stern auf kalter Brust, Die ihr vom Kampf um Leipzigs Wälle Wohl gar bis heute nichts gewußt, Vernehmt! an diesem heut'gen Tage Hielt Gott der Herr ein groß Gericht. - Ihr aber hört nicht, was ich sage, Ihr glaubt an Geisterstimmen nicht. Was ich gesollt, hab...
Page 150 - Wohl hab ich es gesehen, das hohe Schloß am Meer und den Mond darüber stehen und Nebel weit umher.« Der Wind und des Meeres Wallen gaben sie frischen Klang? Vernahmst du aus hohen Hallen Saiten und Festgesang? »Die Winde, die Wogen alle lagen in tiefer Ruh; einem Klagelied aus der Halle hört ich mit Tränen zu.

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