Scharnhorst: th. Bis zum Tilsiter frieden

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Page 209 - Denn sie bedrohen andere Staaten unaufhörlich mit Krieg, durch die Bereitschaft, immer dazu gerüstet zu erscheinen; reizen diese an, sich einander in Menge der Gerüsteten, die keine Grenzen kennt, zu übertreffen, und, indem durch die darauf verwandten Kosten der Friede endlich noch drückender wird als ein kurzer Krieg, so sind sie selbst Ursache von Angriffskriegen, um diese Last loszuwerden...
Page 388 - Wir haben angefangen, die Kunst des Krieges höher als die militärischen Tugenden zu schätzen; dies war der Untergang der Völker in allen Zeiten, Tapferkeit, Aufopferung, Standhaftigkeit sind die Grundpfeiler der Unabhängigkeit eines Volkes; wenn für diese unser Herz nicht mehr schlägt, so sind wir schon verloren auch selbst in dem Laufe der großen Siege...
Page 321 - Anblirk zeigten, zum Werkschuh der Sache machte; Bonapartes Feldzüge waren damals nur aus Zeitungen bekannt, daher waren es keineswegs die neuesten Feldzüge allein oder hauptsächlich, die er zu seinen Betrachtungen wählte, sondern die Kriegsgeschichte überhaupt, besonders aber die seit den Schlesischen Kriegen. Indem er für einzelne Begebenheiten die umständlichsten Züge mühsam herbeitrug, besonders für solche, die er selbst...
Page 212 - Immer mehr muß sich die Gesinnung verbreiten, daß der ländererobernde Heldengeist nicht nur ein Würgengel der Menschheit sei, sondern auch in seinen Talenten lange nicht die Achtung und den Ruhm verdiene, die man ihm aus Tradition von Griechen, Römern und Barbaren her zollet.
Page 209 - Nur solche Seelen erhebt der Krieg zum Heroismus, welche schon Kraft in sich haben ; den Unedlen begeistert er zum Raube und zur Unterdrückung der wehrlosen Schwäche; er erzeugte Helden und feige Diebe, und welches wohl in grösserer Menge?
Page 421 - Generalquartiermeister da sein sollten. Ich bin in meinem Leben noch nie auf einen Menschen gestoßen, der mehr geeignet gewesen wäre, Schwierigkeiten der Art zu besiegen, als der Mann, von dem ich hier rede; allein, wieviel muß nicht von den Wirkungen des Talents verloren gehen, wenn es sich an so vielen Hindernissen der Konvenienz bricht, wenn es durch eine unaufhörliche Friktion fremder Meinungen gelähmt wird.
Page 210 - Zwange zu unterwerfen, mithin die tolle Freiheit der vernünftigen vorzuziehen, mit tiefer Verachtung ansehen und als Rohigkeit, Ungeschliffenheit und viehische Abwürdigung der Menschheit betrachten, so, sollte man denken, müßten gesittete Völker (jedes für sich zu einem Staat vereinigt) eilen, aus einem so verworfenen Zustande je eher desto lieber herauszukommen.
Page 161 - Dieser Mann hat bei seinem ganzen Aufenthalte in Menin, nachher» beim Bombardement und letztlich beim Durchschlagen Fähigkeiten und Talente, verbunden mit einer unvergleichlichen Bravour, einem nie ermüdeten Eiser und einer bewunderungswürdigen Contenance...
Page 161 - Gange zu erhalten; er ist bei allen Ausführungen der Erste und Letzte gewesen: genug, ich kann es unmöglich alles beschreiben, von welchem großen Nutzen dieser so sehr verdienstvolle und einem jeden zum Muster aufzustellende Ofsizier mir gewesen ist.
Page 208 - Meisterstück, worauf ihr euch am meisten zu gute thut — in der Kunst, sich auf einen Wink rechts und links zu schwenken, an einander geschlossen wie Mauern sich plötzlich wieder zu trennen, und in der fürchterlichen Fertigkeit zu würgen; um sie gegen alles zu brauchen, was euren Willen nicht als sein Gesetz anerkennen will.

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