Künftige Prophylaxis gegen Cholera: nach den Vorschlägen in dem amtlichen Berichte des Königl. Bayr. Bezirks- und Stadtgerichtsarztes Dr. Frank

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Literarisch-Artistische Anstalt, 1875 - Cholera - 123 pages
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Page 73 - Lebensmittel entziehen. Wenn wir ein Mittel finden, den Feind in den Dejectionen selbst zu tödten, so können wir den unschuldigen Boden ganz in Ruhe lassen: der thut uns nichts, und wenn er mit noch so viel zersetzten Produkten durchtränkt ist.
Page 74 - Vorsitzender: Der Satz würde also so lauten: ,,Es wird die möglichste Reinhaltung des Untergrundes der Wohnungen und der Umgebung derselben von excrementitiellen Stoffen, sowie Herbeischaffung möglichst reinen Trinkwassers »ufs Dringendste empfohlen. Wo Bezug eines reinen Trinkwassers nicht möglich ist, kann man versuchen, dasselbe durch Kochen zu desinflciren.
Page 72 - ... sehr entmuthigt hinsichtlich des Resultates jedes ähnlichen Vorgehens. Im vorigen Jahre rieth ich die Desinfection in England an und werde es auch wieder thun, man muss sich an jede Hoffnung klammern, allein ich habe wenig Hoffnung auf Erfolg. Doch hat die Desinfection einen andern vielversprechenden Nutzen und darüber möchte ich, vom englischen Standpunkte aus, welcher ganz besonders der meine ist, sprechen. Ich erkenne den Werth der Angaben, welche über geologische Zustände gemacht sind,...
Page 70 - ... haben diess hier gethan und hoffen zuversichtlich, dass unserer Mittheilung Aufmerksamkeit geschenkt und das Unglück, welches die Epidemieen der Cholera über die menschliche Gesellschaft bringen, durch Beachtung und Befolgung des hier Gebotenen vermindert werden wird. Bezüglich der Desinfection legen wir den Sachverständigen und Behörden ein Princip zur praktischen Anwendung vor, welches wohl bisher schon vielen der gebräuchlichen Methoden zu Grunde lag, aber nicht mit der wünschenswerthen...
Page 67 - Und sie lausen. Naß und nässer Wird's im Saal und aus den Stusen. Welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister! hör' mich rusen! — Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich ries, die Geister, Werd
Page 72 - ... besten Sinne: die Zerstörung dessen, worin die Cholera im Boden haften kann. Dies stimmt auch mit dem von Pettenkofer Gesagten überein, nur dass er geologische Gründe angibt, ich aber meine, es brauche überhaupt nur der Boden mit organischen Abfällen behaftet zu sein. Es fragt sich nun, ob dies nicht verhindert werden könne. Wir haben darin gethan, was gethan werden konnte, und ich erhoffe die besten Resultate; schon jetzt sind sie nicht gering. Meine Ansicht über die Schleusen und das...
Page 73 - Aetzkalk usw bei weitem noch keine solchen Resultate erzielt, wie man sie in England durch die grosse Sorgfalt, die man auf die Reinhaltung des Bodens und Wassers verwendet, erhalten hat. Ich erlaube mir, an den Herrn Collegen Simon die Frage zu stellen, ob ihm aus England Choleraepidemien an Orten bekannt sind, die auf Reinhaltung des Untergrundes — auch wenn keine locale Immunität vorhanden...
Page 73 - E xeremente unwirksam ist. Ebenso war es beim Ostviertel von London und dem Workhouse, wo eine Schleuse verstopft war. Ein System von Drains kann sehr gefährlich werden. Aber wo das System der Kanalisirung und die Wasserversorgung gut eingerichtet war, war die Wirkung trefflich; es erstickte die Epidemien im Allgemeinen geradezu. Es ist also nöthig: einerseits absolute Sicherheit, dass alles Wasser so gesammelt und geführt wird, dass es nicht verunreinigt werden kann, andererseits, dass aus der...
Page 71 - ... Gebotenen vermindert werden wird. Bezüglich der Desinfection legen wir den Sachverständigen und Behörden ein Princip zur praktischen Anwendung vor, welches wohl bisher schon vielen der gebräuchlichen Methoden zu Grunde lag, aber nicht mit der wünschenswerthen und nöthigen Sachkenntniss durchgeführt wurde. Dasselbe scheint uns eine nahe liegende Consequenz aus bekannten und erwiesenen Thatsachen zu sein und man darf von einer vollständigen Durchführung dieses Principes jedenfalls den...
Page 74 - Simon: So weit ich Ihnen meine Erfahrung aus England mittheilen kann, ist es die, dass im Verhältniss als die Distrikte frei von den excrementitiellen Zersetzungen in den Häusern wurden und dieselben auch reines Wasser erhielten, gerade in demselben Maasse sie frei von Cholera und typhösen Fiebern wurden. Herr v. Pettenkofer: Ich erlaube mir vorzuschlagen den Satz so zu formuliren, dass wir jedem Orte den dringlichen Rath geben, nicht nur um sich vor Cholera, sondern auch vor Typhus und anderen...

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