Acta Germanica: Organ für deutsche Philologie, Volume 7

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Mayer & Müller, 1908 - German philology
 

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Page 346 - Wertes zu sagen. Aber ich habe sie bisher als einen Schatz an meinem Herzen getragen ; alle Mädchen, die Gnade vor meinen Augen finden wollen, müssen sie lernen und singen; meine Schwester soll Ihnen die Melodien, die wir haben (sind NB. die alten Melodien, wie sie Gott erschaffen hat), sie soll sie Ihnen, abschreiben.
Page 332 - Zum Volkssänger gehört nicht, daß er aus dem Pöbel sein muß oder für den Pöbel singt; so wenig es die edelste Dichtkunst beschimpft, daß sie im Munde des Volks tönet. Volk heißt nicht der Pöbel auf den Gassen, Der singt und dichtet niemals, sondern schreit und verstümmelt.
Page 184 - Denn bei allem Patriotismus verstehe ich hierin keinen Spaß und bin der Meinung, wenn etwas herauskommen soll, so habe sich jeder an das große Sprachgebiet zu halten, dem er angehört.
Page 144 - Die Zeit ergreift mich mit eisernen Armen. Es tobt und gärt in mir wie in einem Vulkane. Ich werfe mich dem Kampfe für völlige Unabhängigkeit und Freiheit des Geistes und der religiösen Ansichten in die Arme; aber die Vergangenheit reißt sich nur blutend von mir los.
Page 345 - Wer weiß nicht, was ein Lied auszustehen hat, wenn es durch den Mund des Volkes, und nicht etwa nur des ungebildeten, eine Weile durchgeht ! Warum soll der, der es in letzter Instanz aufzeichnet, mit anderen zusammenstellt, nicht auch ein gewisses Recht daran haben...
Page 354 - Torheit sein, so kann ich doch nicht aufhören, die Poesie für eine Kunst zu halten, die zwar von Gelehrten, aber nicht für Gelehrte als solche, sondern für das Volk ausgeübt werden muß. In den Begriff des Volkes aber müssen nur diejenigen Merkmale aufgenommen werden, worin ungefähr alle, oder doch die ansehnlichsten Klassen übereinkommen.
Page 355 - O Boie, Boie, welche Wonne!, als ich fand, daß ein Mann wie Herder eben das von der Lyrik des Volks und mithin der Natur deutlicher und bestimmter lehrte, was ich dunkel davon schon längst gedacht und empfunden hatte.
Page 299 - Man spricht so oft den Namen Volkslieder aus und weiß nicht immer ganz deutlich, was man sich dabei denken soll. Gewöhnlich stellt man sich vor, es sei ein Gedicht, aus einer wo nicht rohen, doch ungebildeten Masse hervorgetreten; denn da das poetische Talent durch die ganze menschliche Natur durchgeht, so kann es sich überall manifestieren und also auch auf der untersten Stufe der Bildung.
Page 373 - Sie wollen nichts von einer historischen genauen Untersuchung wissen, sie lassen das Alte nicht als Altes stehen, sondern wollen es durchaus in unsere Zeit verpflanzen, wohin es an sich nicht mehr gehört, nur von einer bald ermüdeten Zahl von Liebhabern wird es aufgenommen.
Page 168 - Neu in einem guten Sinne ist nur, was aus der Dialektik der Kulturbewegung hervorgeht.

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