Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft

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Moritz Lazarus, Heymann Steinthal
Ferd. Dümmler, 1877 - Ethnopsychology
 

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Page 81 - Schon vor vielen Jahren habe ich gedacht, daß unsere Welt das Werk eines untergeordneten Wesens sein könne, und noch kann ich von dem Gedanken nicht zurückkommen. Es ist eine Torheit, zu glauben, es wäre keine Welt möglich, worin keine Krankheit, kein Schmerz und kein Tod wäre. Denkt man sich ja doch den Himmel so.
Page 341 - Gespenst aus, was, wenn man es gehascht zu haben glaubt, man keinen Gegenstand, sondern immer nur sich selbst und zwar hievon auch nur die Hand, die darnach hascht, vor sich findet.
Page 81 - Vielleicht sind die Nebelsterne, die Herschel gesehen hat, nichts als eingelieferte Probestücke oder solche, an denen noch gearbeitet wird. Wenn ich Krieg, Hunger, Armut und Pestilenz betrachte, so kann ich unmöglich glauben, daß alles das Werk eines höchst weisen Wesens sei; oder es muß einen von ihm unabhängigen Stoff gefunden haben, von welchem es einigermaßen beschränkt wurde; so daß dieses nur respektive die beste Welt wäre, wie auch schon häufig gelehrt worden ist.
Page 44 - Der Bediente fliegt Der Herr ist aufgesprungen, vollkommen nüchtern; einige Dutzend Schritte durchs Zimmer — hinunter ins Comptoir, den Procuristen bedeutet, Briefe dictirt, Depeschen aufgegeben, dann eingestiegen. Die Rosse schnauben; er ist auf der Bank, auf der Börse, bei Geschäftsfreunden — ehe eine Stunde herum ist, wirft er sieh zu Hause wieder in seinen Lehnsessel mit dem Seufzer: „Gottlob, für den schlimmsten Fall bin ich gedeckt. Nun weiter überlegen !" Ein prächtiger Anlass...
Page 341 - Selbstbewußtsein, und zwar nur der Gedankenform nach, ohne Stoff, folglich ohne daß die Reflexion darüber etwas vor sich hat, worauf es angewandt werden könne und selbst über die Logik hinausgeht, macht einen wunderlichen Eindruck auf den Leser.
Page 35 - ... aber, indem man sie anwendet, keineswegs genöthigt, die körperlichen Vorgänge als den letzten Grund des Psychischen, oder gar als das eigentlich allein Vorhandene zu betrachten, wie dies der Materialismus thut. Ebenso wenig darf man sich freilich durch die wenigen Gebiete, welche der somatischen Methode bisher unzugänglich sind, verleiten lassen, hier ein psychisches Geschehen ohne physiologische Grundlage anzunehmen.
Page 265 - Die große Verrechnung von Nationalcharakter, Schuld und Gewissen bleibt eine geheime, schon weil die Mängel eine zweite Seite haben, wo sie dann als nationale Eigenschaften, ja als Tugenden erscheinen. Solchen Autoren, welche den Völkern gerne allgemeine Zensuren, und zwar bisweilen im heftigsten Ton schreiben, muß man ihr Vergnügen lassen. Abendländische Völker können einander mißhandeln, aber glücklicherweise nicht richten.
Page 46 - Sache genau eben so mythisch wie zuvor. Es kann Alles nichts helfen. Wir müssen die physische Causalreihe ohne irgend welche Berücksichtigung des sogenannten Bewusstseins durch das Hirn hindurch bis zu der ersten Veranlassung der ganzen plötzlichen Bewegung zurückverfolgen. Oder betreten wir den umgekehrten Weg! Was kam in den Mann hinein? Das Bild einiger Striche mit Blaustift auf weissein Grunde.
Page 35 - Man ist aber, indem man sie anwendet, keineswegs ge. nötigt, die körperlichen Vorgänge als den letzten Grund des Psychischen oder gar als das eigentlich allein Vorhandene zu betrachten, wie dies der Materialismus tut. Ebensowenig darf man sich freilich durch die wenigen Gebiete, welche der somatischen Methode bisher unzugänglich find, verleiten lassen, hier ein psychisches Geschehen ohne physiologische Grundlage anzunehmen.
Page 162 - Als curiosa gesammelt können uns diese ähnlichkeiten vielleicht anlass geben über das sonderbare spiel des zufalls nachzudenken, aber in einem vergleichenden wörterbuche der ugrischen sprachen ist ihre anwesenheit nicht zu entschuldigen. Was der Verfasser in der vorrede zur entschuldigung vorbringt, macht die sache womöglich noch verwirrter» (Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft IX 162 — 164).

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