Das Leben des Feldmarschalls Grafen York von Wartenburg, Volume 1

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Veit u. comp., 1854 - Europe
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Page 36 - Mit blutigem Herzen zerreiße ich die Bande des Gehorsams und führe den Krieg auf meine eigene Hand. Die Armee will den Krieg g«gcn Frankreich, das Volk will ihn, der König will ihn, aber der König hat keinen freien Willen. Die Armee muß ihm diesen Willen frei machen.
Page 431 - Majestät Monarchie, obgleich beengter als im Jahre 1805, ist es jetzt vorbehalten, der Erlöser und Beschützer Ihres und aller deutschen Völker zu werden. Es liegt zu klar am Tage, daß die Hand der Vorsehung das große Wert leitet. — Der Zeitpunkt muß aber schnell benutzt werden. Jetzt oder nie ist der Moment, Freiheit, Unabhängigkeit und Größe wieder zu erlangen, ohne zu große und zu blutige Opfer bringen zu müssen.
Page 430 - Der Schritt, den ich getan, ist ohne Befehl Ew. Majestät geschehen. Die Umstände und wichtige Rücksichten müssen ihn aber für die Mit- und Nachwelt rechtfertigen, selbst dann, wenn die Politik erheischt, daß meine Person verurteilt werden muß.
Page 421 - Ew. Majestät lege ich willig meinen Kopf zu Füßen, wenn ich gefehlt haben sollte; ich würde mit der freudigen Beruhigung sterben, wenigstens nicht als treuer Untertan und wahrer Preuße gefehlt zu haben.
Page 431 - Ich erwarte nun sehnsuchtsvoll den Ausspruch Ew. Majestät, ob ich gegen den wirklichen Feind vorrücke, oder ob die politischen Verhältnisse erheischen, daß Ew. Majestät mich verurteilen. Beides werde ich mit treuer Hingebung erwarten, und ich schwöre Ew. Königl. Majestät, daß ich auf dem Sandhaufen ebenso ruhig, wie auf dem Schlachtfelde, auf dem ich grau geworden bin, die Kugel erwarten werde.
Page 186 - Jeder ohne Unterschied ein Rittergut kaufen, der Adel dagegen jedes bürgerliche Gewerbe treiben dürfe. Eine eigentliche Abschaffung, man möchte sagen, Verhöhnung des Adels ist dem Geiste unseres Monarchen und unseres Volkes durchaus zuwider.
Page 583 - Eures Gehorsams und Eures Vertrauens gegeben habt. Wie soll ich Euch die Empfindungen ausdrücken, von denen mein Herz bei der Trennung von meinen Kindern voll ist? Wie soll ich Euch würdig danken für die Ausdauer, die Ihr von den Ufern der Düna bis zur Seine, an heißen Schlachttagen, im Angesicht des Todes, bei den angestrengtesten Mühseligkeiten in zwei Winterfeldzügen, und bei Entbehrungen aller Art, bewiesen habt.
Page 235 - Man glaubte, ich sehe zu schwarz. Alles jedoch erfolgte, wie ich es vorhergesagt hatte, nur der letzte Akt ist noch nicht begonnen, aber wir dürfen buchstäblich erwarten, daß in der nächsten Stunde uns die Nachricht zukomme, feindliche Truppen seien hierher im Anzug. Es wird dann sehr viel Mut, Einsicht und Glück dazu gehören, den König zu retten, der, er gehe nun nach Pommern oder Schlesien, immer durch ein Nadelöhr gehen muß.
Page 421 - Jetzt oder nie ist der Zeitpunkt, wo Ew. Majestät sich von den übermütigen Forderungen eines Alliirten losreißen können, dessen Pläne mit Preußen in ein mit Recht Besorgnis erregendes Dunkel gehüllt waren, wenn das Glück ihm treu geblieben wäre. Diese Ansicht hat mich geleitet; gebe Gott, daß sie zum Heile des Vaterlandes führt.
Page 95 - Königlichen Majestät Provinzen diesseits der Weichsel, allen übrigen zum Vorbilde, vermocht auszusprechen, was Liebe und Treue willig zu leisten geneigt sind. In Aller Herzen glüht dies edle, einer durch Großthaten berühmten, und sich achtenden Nation inwohnende Feuer, und in den Herzen der Männer, welche thatig hier wirken, daneben Reinheit der Absicht und des Willens.

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