Göttinger Professoren: ein Beitrag zur deutschen Cultur-und Literärgeschichte in acht Vorträgen

Front Cover
F. A. Perthes, 1872 - 260 pages
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 197 - ... fände bei den leuten die einfache kost der heimischen sprache eingang, so könnte das wörterbuch zum hausbedarf, und mit verlangen, oft mit andacht gelesen werden. warum sollte sich nicht der vater ein paar wörter ausheben und sie abends mit den knaben durchgehend zugleich ihre sprachgabe prüfen und die eigne anfrischen? die mutter würde gern zuhören.
Page 181 - Die alte Sprache ist leiblich, sinnlich, voll Unschuld; die neue arbeitet darauf hin, geistiger, abgezogener zu werden, sie sieht in den Worten Schein und Zweideutigkeit, denen sie auf alle Weise ausweichen möchte.
Page 188 - Aber der Vortrag blieb hinter den Erwartungen zurück. Wohl traten häufig die schönen schlagenden Bilder hervor, an denen seine Schriften so reich sind, aber gesprochen wirkten sie nicht wie geschrieben, sie wurden hastig ruckweise hingeworfen und unterbrachen fast befremdend die nie versiegende Fülle der tatsächlichen Angaben...
Page 249 - Ideen über die Politik, den Verkehr und den Handel der vornehmsten Völker der alten Welt.
Page 172 - Mitleiden ein, das sie zu betrachten und zu ergänzen auffordert. Offenen Blicken konnte sich nicht bergen, daß hier ein frisches, fast unbebautes Feld vorliege, dem günstige Erträge abzugewinnen seien.
Page 189 - Mitteln wollte ich jetzt auch zeigen, daß ihre Herzen des Glaubens an Gott und Götter voll waren, daß heitere und großartige, wenn gleich unvollkommene Vorstellungen von höheren Wesen, Siegesfreude und Todesverachtung ihr Leben beseligten und aufrichteten, daß ihrer Natur und Anlage fern stand jenes dumpfbrütende Niederfallen vor Götzen oder Klötzen, das man, in ungereimtem Ausdruck, Fetischismus genannt hat.
Page 195 - Atem ziehe, will ich froh sein, getan zu haben, was ich tat, und das fühle ich getrost, was von meinen Arbeiten mich selbst überdauern kann, daß es dadurch nicht verlieren, sondern gewinnen werde.
Page 39 - Ein einsam Volk , in öder Ruh erzogen, Wird itzt der Reinlichkeit, ja selbst der Zier gewogen, Und öfnct fremdem Witz die ungewohnte Schoos.
Page 174 - Ich suchte darzutun, daß das, was man als Minnesang und Meistersang zu unterscheiden pflegte, gerade in einer ihnen gemeinsamen wesentlichen Form dasselbe sein müsse, ihre Abweichung nur als Herabsinken einer Kraft in Unkraft anzusehen sei, wie alte Gebräuche überall absterben und verkümmern, so daß doch immer noch bedeutende Ähnlichkeiten davon zurückbleiben.
Page 188 - Rührend war, wenn mitten im sachlichen Vortrage eine Stockung eintrat und dann rasch gefaßt entschuldigt wurde: »Mein Bruder ist so krank.

Bibliographic information