Aristoteles Metaphysik

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E. Diederichs, 1907 - Metaphysics - 319 pages
 

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Page xiii - Man muß sich nur die Mühe geben, es kennen zu lernen, und es in unsere Weise der Sprache, des Vorstellens, des Denkens zu übersetzen; — was freilich schwer ist.
Page 17 - ... Wissenschaften, die ja die Bedeutung von Zahlenharmonien für den Bestand des Wirklichen deutlich erkennen lassen. So wird also Aristoteles die Entstehung der pythagoreischen Zahlenphilosophie im ganzen richtig charakterisieren, wenn er in seiner Metaphysik folgendes ausführt: „Die Pythagoreer . . . haben sich mit dem Studium der Mathematik beschäftigt und zunächst diese gefördert; in dieser heimisch geworden, haben sie sodann die Prinzipien derselben zu Prinzipien des Seienden überhaupt...
Page 178 - Ist es nun Pflicht, gewisse Objekte lieber nicht zu denken, — wie es ja von so manchen Dingen gilt, daß sie nicht zu sehen besser ist als sie zu sehen, — so ergibt sich, daß nicht das Denken als solches schon, sondern erst das Denken als Denken des Besten das Höchste ist. Daraus folgt: Die Vernunft, wenn sie doch das Herrlichste Ist, denkt sich selbst, und ihr Denken ist ein Denken des Denkens.
Page 179 - Auf welche Weise", fragt Aristoteles, „enthält denn nun das Weltgebäude das Gute und zwar das absolut Gute? Etwa als ein dem Ganzen selbständig Gegenüberstehendes und an und für sich Seiendes? oder als die ihm immanente Ordnung? und nicht vielmehr in beiderlei Weise, wie es in einem Heere der Fall ist? Denn hier liegt das Heil in der Ordnung, und zugleich ist der Feldherr das Heil des Ganzen, und zwar ist es dieser in höherem Grade; denn nicht er besteht durch die Ordnung, sondern die Ordnung...
Page 154 - Dasselbe gilt nun auch von der Priorität dem Wesen nach. Zuerst deshalb, weil das, was der Entstehung nach das Spätere ist, der Form und dem Wesen nach vielmehr das Frühere ist. So ist der Mann früher als das Kind und der Mensch früher als der Same; denn jenes hat schon die Form, dieses hat sie noch nicht. Sodann, weil alles was wird, die Richtung auf das hin innehält, was sein Prinzip und Zweck ist. Denn Prinzip ist eben das, um dessen willen etwas geschieht, und das Werden vollzieht sich...
Page 65 - Es ist ausgeschlossen, daß irgendein Mensch der Ansicht sei, daß eines und dasselbe sei und auch nicht sei. Heraklit freilich soll nach der Meinung mancher so gesagt haben; aber es ist nicht notwendig, daß jemand eine Ansicht wirklich so hege, wie er sie in Worten ausdrückt.
Page 179 - Welt nun ist zuletzt alles auf einander angelegt, wenn auch nicht alles in gleicher Würdigkeit: Fische, Vögel, Pflanzen. Und dabei ist es nicht so, daß eines ohne Beziehung zum anderen da wäre: ganz im Gegenteil; alles ist zu einem Ziels geordnet.
Page 173 - ... Denken hat auch den reinsten Gegenstand. Mithin denkt das Denken sich selbst; es nimmt teil an der Gegenständlichkeit ; es wird sich selber Gegenstand, indem es ergreift und denkt, und so wird das Denken und sein Objekt identisch. Denn das was für den Gegenstand und das reine Wesen empfänglich ist, ist der denkende Geist, und er verwirklicht sein Vermögen, indem er den Gegenstand innehat.
Page 179 - ... zwar das absolut Gute? Etwa als ein dem Ganzen selbständig Gegenüberstehendes und an und für sich Seiendes? oder als die ihm immanente Ordnung? und nicht vielmehr in beiderlei Weise, wie es in einem Heere der Fall ist? Denn hier liegt das Heil in der Ordnung, und zugleich ist der Feldherr das Heil des Ganzen, und zwar ist es dieser in höherem Grade; denn nicht er besteht durch die Ordnung, sondern die Ordnung besteht durch ihn. In der Welt nun ist zuletzt alles aufeinander angelegt, wenn...
Page 17 - Mathematik beschäftigt," in dieser heimisch geworden, haben sie die Prinzipien derselben zu Prinzipien des Seienden überhaupt machen zu dürfen geglaubt. Da nun unter den Prinzipien der Mathematik der Natur der Sache nach in erster Linie die Zahlen stehen, so glaubten sie, in den Zahlen mancherlei Gleichnisse für das was ist und was geschieht zu finden, und zwar hier eher als in Feuer, Erde oder Wasser. So bedeutete ihnen eine Zahl mit bestimmten Eigenschaften die Gerechtigkeit, eine andere Seele...

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