Erinnerungen eines Achtundvierzigers

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G.H. Meyer, 1898 - Germany - 295 pages
 

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Popular passages

Page 113 - Der Sieg der Demokratie für ganz Europa ist entschieden. Gruß und Dank vor allem dir, französisches Volk! In drei großen Tagen hast du mit der alten Zeit gebrochen und das Banner der neuen aufgepflanzt für alle Völker der Erde.
Page 68 - Ich habe selten eine so glückliche Ehe gekannt, in welcher Freud und Leid, das letztere in reichlichstem Maße, geteilt und aller Schmerz in dem Bewußtsein vollster gegenseitiger Angehörigkeit überwunden wurde. Ich habe auch selten eine in ihrer...
Page 45 - Was mich betrifft, so arbeitete ich mich in das kommunistische Glaubensbekenntnis, nicht mit dem Verstande, aber mit ganzer Seele hinein, ich ließ keinen Widerspruch aufkommen, weil er mich in das Nichts zurückgeworfen hätte, mein ganzer Witz wurde der Bekämpfung der aufsteigenden Zweifel dienstbar gemacht.
Page 49 - Als es sich in einer Sitzung des Geheimbundes darum handelte, einen Abgeordneten zum Zentralkomitee in London zu ernennen, machte man mich zum Vorsitzenden. Ich merkte, daß es sehr schwer fallen würde, Engels, der seine Ernennung wünschte, durchzubringen; es regte sich eine starke Opposition gegen ihn. Ich erlangte nur seine Wahl, indem ich der Regel zuwider nicht diejenigen, welche für den Vorgeschlagenen, sondern diejenigen, welche gegen ihn waren, zum Erheben der Hand aufforderte. Dieses Präsidial-Kunsts...
Page 169 - Gegenteil. Und da wir schon damals sehr entschieden der Ansicht waren, daß ,die Emanzipation der Arbeiter das Werk der Arbeiterklasse selbst sein muß', so konnten wir keinen Augenblick im Zweifel sein, welchen der beiden Namen zu wählen. Auch seitdem ist es uns nie eingefallen, ihn zurückzuweisen.
Page 120 - Ihr habt ein paar gute Tage gehabt in Berlin, aber bei allem Heroismus echt deutsche Tage; Ihr habt zu kämpfen aufgehört in einem Augenblicke, wo ein Ruf au chäteau1 für Euch und Deutschland Alles entschieden hätte; man macht allerdings die Republik, ein Dutzend Menschen reicht dazu hin, und wenn sie nur eine Viertelstunde von diesen aufrecht erhalten wird, so wird sie von 40 Millionen für lange Zeiten aufgenommen. Die Bourgeoisie fügt sich in Alles.
Page 157 - Das Bürgertum einerseits zu unterstützen im Kampfe gegen die Aristokratie, gegen das Mittelalter, gegen die Mächte von Gottes Gnaden; dem kleinen Gewerbetreibenden wie dem Arbeiter beizustehen gegen die Macht des Kapitals und der freien Konkurrenz und immer voranzuschreiten, wo es gilt, dem Volke ein irgend noch vorenthaltenes politisches Recht zu erkämpfen, damit es die Mittel erhalte, sich die soziale Freiheit, die unabhängige Existenz umso schneller zu erringen. Unsere Zeitschrift hat deshalb...
Page 222 - Ietzt ist die Frage eine andere: Steht es den Fürsten zu, mit den Vertretern des Volkes zu spielen und sie auseinander zu jagen, wenn es ihnen so beliebt? Das Volk hat das Recht, seinen Abgeordneten in Frankfurt die entschiedene...
Page 134 - Weggewischt waren für mich mit einem Male alle kommunistischen Gedanken, sie standen mit dem, was die Gegenwart forderte, in gar keinem Zusammenhang. Man hätte mich ausgelacht oder bemitleidet, hätte ich mich als Kommunisten gegeben. Das war ich auch nicht mehr" („Erinnerungen
Page 113 - Volk! In drei großen Tagen hast du mit der alten Zeit gebrochen und das Banner der neuen aufgepflanzt für alle Völker der Erde. Du hast endlich den Funken der Freiheit zur Flamme angefacht, die Licht und Wärme bis in die letzte Hütte verbreiten soll. Die Stimme des Volkes hat zu den Völkern gesprochen, und die Völker sehen der Zukunft freudig entgegen.

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