Der Freischaarenzug gegen Luzern: am 31. März, 1. u. 2. April 1845, und seine nächsten Folgen. Mit besonderer Rücksicht auf den zweiten Ochsenbein'schen Bericht ... dargestellt von J. M. Rudolf, Nebst einer Beschreibung der seitherigen Ereignisse und Dr. Jak. Rob. Steiger's Leben ... von J. J. Leuthy

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J. J. Leuthy's Verlags-Bureau, 1846 - Lucerne (Switzerland : Canton) - 318 pages
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Page 49 - Antijcsuitenvcreines am 28. März von Liestal aus einen Aufruf voller Kraft und Originalität : „ Mitbürger von Baselland ! Die Stunde der Entscheidung schlägt endlich! Wer ein Herz im Busen trägt, die Qualen unterdrückter Miteidgenossen zu fühlen; wer eine Faust führt, die den Verräther zu treffen weiß, der eile jetzt herbei zur Rettung gesammtcr Eidgenossenschaft!
Page 118 - Kltzsterliwirthshaus die Lichter aus den Zimmern gegen die Straße entfernt, dagegen eine Laterne auf dem Stiegenläubli aufgehängt, die einigen Schimmer auf die gegenüberliegende Scheune warf. Gleichzeitig wurde ein Mann des Landsturms mit einer Lampe auf die untern Stufen der Treppe gestellt, welche mittelst eines angebrachten...
Page 119 - Reverberes so viel Licht auf die Ankommenden warf, daß die Soldaten, die im Dunkeln verborgen standen, zielen konnten, während den Gegnern bei der finstern Nacht das Zielen erschwert, ja fast unmöglich gemacht war. In den Fenstern des Klösterli lag ein Glied der Jäger auf den Knieen, zwei andere Glieder waren hinter ihm aufgestellt, und wurden von andern Abtheilungen aus erhöhten Punkten unterstützt. Das Ganze ward von Hauptmann Segesser geleitet, der selbst mit einer Jagdflinte thätig mitfeuerte....
Page 68 - Kanton die Noth immer höher und höher steigt , so daß viele Hunderte eingekerkert sind und bereits über tausend Flüchtlinge sich außer dem Lande befinden. Eidgenossen! Wehrmänner! Dieser Zustand, der die ganze Nation gefährdet, darf nicht länger dauern, ihm muß Abhülfe werden.
Page 45 - Hausen und Luzern, in Zofingen zur festgesetzten Stunde sich einfinden, mit dem Auftrage, sich ruhig und nüchtern, freier Männer würdig, zu betragen , und wo möglich auf Wagen herbeizueilen , um für den folgenden Tag auf einen angestrengten Marsch zur Vollendung der großen Angele
Page 49 - Eidgenossenschaft ! Zur Rettung denn unter Iesuitenherrschaft, wie sie uns droht, ist Alles verloren, Freiheit und Unabhängigkeit, Ehre und Vermögen! in hellen Haufen versammelt Euch daher morgen früh, Schlag neun Uhr, hier in Liestal. Von dort dann geraden Wegs auf Luzern, wo uns gefangene Mitbrüder sehnsuchtsvoll die Arme entgegenstrecken!
Page 120 - Landstürmer her« bei; feindliche Offiziere vereitelten den Versuch, einen Munitionswagen in die Luft zu sprengen, um den Durchgang zu öffnen: der Kugelregen verzehnfachte sich, und zwar, was im Kriege selten geschieht, die meisten Schüsse wurden auf kaum 6 — IN Schritte Entfernung losgebrannt, mit blanker Waffe wurde wenig gefochten. Der Zudrang nahm zu, Mannschaft und Pferde, Kanonen, Pulverwagen und Bagage-Fuhrwerke stürzten zu Haufen über einander; furchtbar war das Gemetzel.
Page 69 - Wehr, dann haltet muthig festen Stand; das ist die erste Bedingung zum Siege. Ist der Feind überwunden, dann seid menschlich und würget kein unschuldiges Opfer. Dadurch allein werdet Ihr die gute Sache fördern und diejenigen Vorurtheile , nach welchen Ihr, wahrhaft biedere Männer, als Banditen verschrieen werdet, zerstören. Gott mit uns! Vorwärts! Neiden, den 30. März 1843. Namens der luzernischen Flüchtlinge: Der Oberkommandant.
Page 154 - Freischärlern alle ihre Habe, bestand sie in Geld oder Kleidern, abgenommen worden sei, so daß z. B. in Malters viele Leichen mit Stroh bedeckt werden mußten, weil sie ganz nackt da lagen. Den Gefangenen seien mitunter die Finger abgehauen worden, nm die Ringe davon nehmen zu können.
Page 68 - Alle vertheioigen wollen, würdig, mannhaft und stark. Ziehet voran, um Euer Glück zu gewinnen und durch ein kräftiges Auftreten Euere Mitbürger zu überzeugen, daß Ihr nicht die christkatholische Religion vernichten, auch keineswegs den Glauben Euerer Väter verläugmn , sondern bloß in Aufrechthaltung einer schwer verletzten Verfassung die Jesuiten aus dem Lande vertreiben wollet.

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