Aus August von Kotzebue's hinterlassenen Papieren

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P. G. Kummer, 1821 - 371 pages
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Page 255 - Es kann schon nicht alles so bleiben Hier unter dem wechselnden Mond; Es blüht eine Zeit und verwelket, Was mit uns die Erde bewohnt. Es haben viel fröhliche Menschen Lang vor uns gelebt und gelacht; Den Ruhenden unter dem Grase Sei freundlich ein Becher gebracht.
Page 115 - Getriebe auseinander legt, wodurch die stille Hand der Natur schon seit dem Anfang der Welt die Kräfte des Menschen planvoll entwickelt, und mit Genauigkeit andeutet, was in jedem Zeiträume für diesen großen Naturplan gewonnen worden ist; so stellt sie den wahren Maßstab für Glückseligkeit und Verdienst wieder her, den der herrschende Wahn in jedem Jahrhundert anders verfälschte.
Page 350 - Act schließen, und wobei Sie schwerlich nur an mich gedacht haben, als einen Ausfall auf mich vorzustellen. Und selbst, wenn dem wirklich so wäre, würde ich Ihnen keinen Krieg darüber machen, denn die Freiheit der Comödie ist groß, und die gute heitre Laune darf sich viel herausnehmen; nur die Leidenschaft muß ausgeschloßen seyn.
Page 351 - Hussiten vor Naumburg" im Tiefurtschen Elysium gelesen habe. „Ich müßte mich sehr irren", fuhr er fort124 , „oder dieses neue Product des Geistes und Herzens unsers unerschöpflichen Freundes ist, in jeder Rücksicht, nicht nur das schönste und vollkommenste aller seiner bisherigen Werke, sondern in Hinsicht auf die Wirkung, die es auf Leser und Hörer und Zuschauer thun muß, das non plus ultra dessen, was die dramatische Muse über menschliche Gemüter vermag.
Page 115 - Sie heilt uns von der übertriebenen Bewunderung des AlterthumS und von der kindischen Sehnsucht nach vergangenen Zeiten ; und indem sie unS auf unsere eigenen Besitzungen aufmerksam macht, läßt sie unS die gepriesenen goldenen Zeiten Alerandeis und Augusts nicht zurückwünschen.
Page 351 - Mspt. der Hussiten vor Naumburg übersende, mit der Bitte, solches baldmöglichst wieder in die Hände desselben zurückgehen zu lassen, und ihm, nebst Bezeugung meines wärmsten Danks für die Mittheilung desselben, zugleich ein paar herzliche Worte...
Page 4 - Verdienste nicht erkennte und schätzte, oder als ob es mich unrühmlich dünkte, meinen Namen neben dem seinigen genannt zu hören; sondern weil die Zusammenstellung durchaus falsch, der Charakter meiner Stücke und der seinigen durchaus verschieden ist. Iffland beschränkte sich allein...
Page 38 - lebendigen Gemälde, die jede Nation versteht und fühlt. Darum hat Schiller in Übersetzungen weniger Glück gemacht als ich; man hat ihm die Sprache und mit ihr den größten Reiz seiner Dichtungen genommen.« Aber auch dem »glücklichen« Kotzebue blieb das »merkwürdigste Jahr« in seinem Leben nicht erspart.
Page 37 - Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung"] mir zu sagen, ob es wohl denkbar sei, daß alle diese Nationen durch deutsche Frivolitäten hingerissen werden, daß alle diese Nationen an deutschen Concetti's und gehaltlosen Witzspielen Geschmack finden, die ohnehin sich selten übersetzen lassen? daß alle diese Nationen .Zweideutigkeiten

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