Aus meinem Leben, Volume 2

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Allgemeiner Verein für Deutsche Litteratur, 1894 - Music critics
 

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Popular passages

Page 11 - Eigentümlichkeiten und Schwächen, welche nicht selten an jüdischen Künstlern getadelt worden sind, in höchst ausgezeichneter Weise an den Tag gelegt hat, wenn er dieselben auch ein wenig anders aufgeputzt zeigt als seine Vorgänger. Im Sinne seiner Broschüre erscheint er selbst als der größte Jude.
Page 11 - Tag gelegt hat, wenn er dieselben auch ein wenig anders aufgeputzt zeigt als seine Vorgänger. Im Sinne seiner Broschüre erscheint er selbst als der größte Jude. Die Effekthascherei, das anspruchsvolle und kalt überlegte Streben nach Wirkungen, welche nicht durch sicheren Kunstgeschmack hervorgebracht werden, der Mangel an Fähigkeit, musikalischer Empfindung ihren melodischen und harmonischen Ausdruck rein und voll zu geben, die übergroße, nervöse Unruhe, Freude am Seltsamen und Gesuchten,...
Page 233 - Richard Wagner hat den Versuch gemacht, eine Poesie zu seinen Zwecken selbst zu schaffen, allein ohne aus der Schrulle der zerhackten Verschen herauszukommen, und seine Sprache, so poetisch und großartig sein Griff in die deutsche Vorwelt und seine Intentionen sind, ist in ihrem archaistischen Getändel nicht geeignet, das Bewußtsein der Gegenwart oder gar der Zukunft zu umkleiden, sondern sie gehört der Vergangenheit an.
Page 11 - Diese Beschaffenheit seiner merkwürdigen und für unsere Musik verhängnisvollen Begabung scheint uns gerade eine solche zu sein, welche in seinem Sinne als eine dem Judentum eigentümliche aufgefaßt werden müßte.
Page 4 - Ich konnte Wagner manches ihm Neue über die merkwürdige Geschichte des Tannhäuser in Wien erzählen. Die Oper, die ich 1846 in Dresden gehört und seitdem in der Presse unermüdlich dem Hofoperntheater empfohlen hatte, gelangte erst im Jahre 1859 daselbst zur Aufführung. Zwei Jahre vorher hatte ein Vorstadt-Direktor den Tannhäuser in einem bretternen Sommertheater („Thaliatheater") gegeben, trotz der bescheidenen Mittel mit sehr gutem Erfolge. Nun machte der Direktor des Hofoperntheaters,...
Page 149 - Namentlich waren es die Künstler anderer Fächer, welche sich nicht immer durch die Musik, aber von ihren poetischen Vorwürfen, von den pittoresken Programmen angezogen fühlten. Fast alle Maler (die durchgängig für Musik Sinn haben), Graveure, BildHauer, Architekten waren Anhänger Berlioz'.
Page 10 - Judentum" eingeschmuggelt hat, das konnte mich noch weniger kränken. Wagner mochte keinen Juden leiden; darum hielt er jeden, den er nicht leiden konnte, gern für einen Juden. Es würde mir nur schmeichelhaft sein, auf ein und demselben Holzstoß mit Mendelssohn und Menerbeer von Pater Arbuez Wagner verbrannt zu werden; leider muß ich diese Auszeichnung ablehnen...
Page 346 - Entrüstung" selber schon wohl, es ist ein Vergnügen für alle armen Teufel, zu schimpfen — es giebt einen kleinen Rausch von Macht. Schon die Klage, das Sich-Beklagen kann dem Leben einen Reiz geben, um dessentwillen man es aushält: eine feinere Dosis Rache ist in jeder Klage, man wirft sein Schlechtbefinden, unter Umständen selbst seine Schlechtigkeit denen, die anders sind, wie ein Unrecht, wie ein unerlaubtes Vorrecht vor.
Page 247 - ich weiß, daß ich gefehlt', doch habe ich auch einen Prozeß in mir durchgemacht, den ich nicht meinem ärgsten Feind wünsche — der, ich gestehe es offen — vorübergehend meinen Geist gebrochen und mein Gemüt getrübt hat.
Page 112 - Gedanken geben oder einige entlocken, so daß doch etwas, daß doch einige Worte zurückbleiben von der luftigen Blase, der Zeit. Aber nicht bloß in Tagen der Mutlosigkeit — nein ! auch in Tagen der festlichen, rauschenden Freude will ich stille Momente verweilen und ausruhen im traulichen Schmollwinkel meines Tagebuches.

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