Das Tagebuch des Verführers

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Insel-Verlag, 1903 - Seduction - 217 pages
 

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Popular passages

Page 5 - ... wirklichen Welt erscheinen, sind nicht in dieser zuhause, sondern in jener anderen. Die Tatsache jedoch, daß ein Mensch derart dahinschwindet, ja nahezu der Wirklichkeit entschwindet, kann ihren Grund entweder in einer Gesundheit oder in einer Krankheit haben. Letzteres war bei diesem Menschen der Fall, den ich einmal gekannt habe, ohne ihn zu kennen. Er gehörte nicht der Wirklichkeit an, und doch hatte er viel mit ihr zu tun. [. . .] Er verhob sich nicht an der Wirklichkeit, er war nicht zu...
Page 11 - Manchmal war er so ganz Geist, daß ich mich als Weib vernichtet fühlte, und dann wieder so wild und leidenschaftlich, so begehrlich, daß ich fast vor ihm zitterte. Manchmal war er gegen mich wie gegen eine Fremde, manchmal gab er sich ganz hin; wenn ich dann die Arme um ihn schlang, so war oft plötzlich alles wie verwandelt und ich .umfing eine Wolke'.
Page 89 - Cordelia haßt und fürchtet mich. Was fürchtet ein junges Mädchen? Geist. Warum? Weil Geist die Negation ihrer ganzen weiblichen Existenz darstellt.
Page 7 - Wenn man geträumt hat, kann man andern seinen Traum erzählen, aber das, was sie zu erzählen hatte, war ja kein Traum, es war Wirklichkeit. Und doch, sobald sie ihrem bekümmerten Herz Luft machen wollte, so war es nichts.
Page 118 - Ursache dazu, dass sie sich bewegt. Ich bin nicht erotisch, das würde sie nur wecken, ich bin biegsam, geschmeidig, unpersönlich beinah wie eine Stimmung.
Page 136 - Mädchen dagegen, so erzählen die Bewohner der Gegend, hat ihn gewagt und man nennt ihn deshalb den Jungfernsprung.
Page 180 - Es gelang mir, die Aufmerksamkeit und das Gespräch auf die Frage zu lenken, in welchem Fall eine Verlobung aufgehoben werden soll.

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