Walther von der Vogelweide: ein altdeutscher Dichter

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J.G. Cotta, 1822 - 155 pages
 

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Page 16 - Überall erregt es ihn zu der lebhaftesten Teilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten. Ihm gebührt unter den altdeutschen Sängern vorzugsweise der Name des vaterländischen. Keiner hat, wie er, die Eigentümlichkeit seines Volkes erkannt und empfunden.
Page 92 - Mannigfaltigkeit seiner Lieder, die Länge und die poetische Wichtigkeit des Zeitraums, in welchem er gesungen, müssen ihm schon auf den ersten Anblick eine bedeutende Stelle sichern. Sein dichterisches Wirken umfaßt vollkommen die glänzendste Zeit der altdeutschen Liederkunst. Er reicht hinauf in die erste...
Page 136 - Am reinsten aber und über allen Wahn der Zeit erhaben erscheint seine Anbetung da, wo er vor Gott sich niederwirft, als dem Unbegreiflichen, den zu erforschen alle Mühe bei Tag und bei Nacht verloren ist, den keine Predigt und keine Glaubenssatzung erklärt: Mächtiger Gott, du bist so lang und bist so breit.
Page 50 - Wald sieht grünen, so wird sie immer rot. (I, 114 d.) erlost) erlöst. — gegen) vor. — hab' ich Not) banget mir. Gleichwohl ist es nicht die tiefere und anhaltende Leidenschaft, die zärtliche Jnnigkeit, das Versinken in einem Gefühle, was Walthers Minnelieder auszeichnet, zumal wenn sie in dieser Beziehung mit den Liedern andrer vorzüglichen Minnesänger, z. B. Reinmars des Alten oder Heinrichs von Morunge, verglichen werden. Es ist sogar nicht zu leugnen, daß mehrere an einer gewissen Trockenheit...
Page 93 - Blüte der Phantasie und der Empfindung reift ihm die Frucht des Gedankens, die Formen des Minnelieds dehnt er aus, damit sie vermögend seien, die Sache des Vaterlandes, die Angelegenheiten des Reiches und der Kirche zu fassen. Wenn er gleich über den Zerfall des Minnesanges Klage führt, so hat doch gewiß er selbst, nur in anderem Sinne, zerstörend auf denselben gewirkt.
Page 34 - So streng der Dichter hier und anderwärts gegen alles eifert, was er für schlecht erkannt hat, so scharf er auch zu spotten versteht, so erscheint dennoch sein Innerstes ungemein weich und milde.
Page 59 - Durchsüßet und geblümet sind die reinen Frauen, Es ward nie nichts so wonnigliches anzuschauen In Lüften, auf Erden, noch in allen grünen Auen. Lilien, Rosenblumen, wo die leuchten Im Maientaue durch das Gras, und kleiner Vögelein Sang, Das ist gegen solcher wonnereicher Freude krank. Wo man ein' schöne Fraue sieht, das kann trüben Mut erfeuchten Und löschet alles Trauren an derselben Stund'.

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