August von Kotzebues ausgewaehlte prosaische Schriften: Bd. Erinnerungen aus Paris im Jahre 1804. 3. verm. Aufl

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I. Klang, 1843
 

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Page 20 - Wenn ein Unglücklicher mich fragte , wo er leben müsste , um dem lauernden Kummer dann und wann eine Stunde zu entrücken, so nenne ich ihm Heidelberg; und wenn ein Glücklicher mich fragte, welchen Ort er wählen sollte, um jede Freude des Lebens frisch zu kränzen, so nenne ich ihm abermals Heidelberg.
Page 188 - Was kann ich denn dafür, daß diese Venus mir wie ein ganz artiges Kammermädchen vorkommt, die von dem jungen Herrn von Hause im höchsten Neglige überrascht wird, und sich seinem lüsternen Blicke nicht ganz ernsdich zu entziehen sucht?
Page 56 - Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist . . .", was umso wahrer bleibt, je vortrefflicher sich der Klerikalismus auf den Zauber der Uniform und der prunkvollen Zeremonien versteht.
Page 361 - Man hat mich versichert, daß die jungen Herren im Theater Pfeifen mit Blasebälgen unter beiden Armen und in beiden Schuhen haben , so daß sie mit den Händen zu klatschen scheinen, indessen sie eben durch das Klatschen beide Pfeifen unter den Armen in Bewegung setzen. So oft sie aber auf die Zehen treten und dann die Fersen wieder sinken lassen, pfeift es in beiden Schuhen.
Page 19 - Der gute gebildete Mensch kann nicht allein genießen. Alles, worauf ich in meinem Leben mich am meisten gefreut habe, Alles, was in meinem Leben mir die meiste Freude gemacht hat, ging immer von Andern aus, oder zu Andern über. In dem Auge eines geliebten Gegenstandes Vergnügen schaffen, ist ja wohl wahrhaftig ein göttliches Vergnügen; denn, der uns schuf, kannte kein anderes.
Page 74 - Gesicht unter einem schmutzigen weißen Turban, gleich unter dem schwarzen Barte ein Paar starke weiße Brüste, die bloßen Arme und Füße, wie auch der Nacken, mit Haaren dicht bewachsen, und Sie werden freilich die Figur nicht reizend finden. Wären die Brüste nicht und sänge sie nicht mit einer feinen kreischenden Stimme zum Davonlaufen, man würde sich nie überzeugen, daß wirklich ein Frauenzimmer vor einem stehe, »Sie sei aus Norwegen gebürtig, sagt ihr Begleiter, fünfhundert Meilen...
Page 118 - Stael tadelnswerth finde, so lange es ihm nicht beliebt, Gründe dafür anzugeben. In dem Augenblick, da ich dieses schreibe, habe ich Frau von Stael noch nicht gesehen, und kenne sie blos aus ihren geistreichen Schriften...
Page 183 - Beim Eintritt in diese Gallerie der Antiken ähnelte meine Empfindung (obwohl nur schwach) derjenigen, welche ich zu haben pflege, wenn ich unter dem klaren gestirnten Himmel stehe. Mit einer Rührung erpressenden Ehrfurcht steht man plötzlich unter dritthalb 184 hundert der herrlichsten Denkmähler des griechischen und römischen Alterthums.
Page 440 - LibIe enliu exr,!ique« hat, auch vielleicht ganz daraus geschöpft worden ist ; folglich enthält es die abscheulichsten Schmähungen gegen Religion und Bibel. Dazu hat sich der Verfasser ohne Bedenken genannt, der Buchhändler Barba hat es ohne Bedenken verlegt, die Censur hat es ohne Bedenken drucken lassen, und die Polizei erlaubt ohne Bedenken, daß es öffentlich in l'»!»!
Page 169 - Ohr zu hören und zu dem andern wieder herausgehen zu lassen. Ich frage nicht vorher: von wem ist das Bild? Ist es auch alt genug, um es enthusiastisch loben zu dürfen? Ist in der Zeichnung gar kein Fehler ? Und ich frage auch nie : welchen Eindruck soll das Bild nicht machen?

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