Die Schwestern von Lesbos

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A. Hermann, 1801 - 165 pages
 

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Popular passages

Page 58 - Kreis, mir jetzt so nichtig und zwecklos. Sprich ! was könnt' ich dir seyn , das du nicht alles dir selbst bist? Was dem liebenden Weibe im frohen Bunde gewöhnlich Wird der reifere Mann, ein Freund der reich an Erfahrung, Klug sie die Pfade des Lebens, die vielverschlungenen leitet, Gütig die Schwächen der Gattin erträgt und mild sie zurecht weist, Nimmer werd
Page 12 - Sitte regieret , so rühmt' es jüngst uns ein Fremdling, Ueberall und vertheilt des Lebens hei.tere Güter Gleich, wie sie mütterlich auch Natur auf die Kinder verbreitet. Sag! was verwandelte hier allein nur der lächelnden Kindheit Erstes, liebliches Band in Fesseln trauriger Knechtschaft? Und beraubet vor vielen uns so des frü« hesten Glückes, Welches die Jugend verschönt, des frohverschwisterten Daseyns?
Page 52 - Wenn im hohen Olymp die Götter thronen, so sind sie Nicht uns ferner darum, und stiege zu ihnen des Dankes Stimme nimmer empor, so strömte doch nieder die Wohlthat. Heiter umwallet uns stets des Tages freundliche Klarheit, ii« Mild uns die friedliche Nacht, mit allen ewigen Sternen.
Page 116 - Und gleich bittere Qual des Vorwurfs beiden bereitend. Keines entgehet dir je , und oft noch wähnet sich sicher Einer, dem sich der Pfeil schon tief in den Busen gesenket. Scheutest doch du dich nicht , dem...
Page 9 - Ach! damals wußtest du kaum noch Schwach, mit kindischer Hand, die entfliehende Spule zu drehen. Liebend zog sie uns hin aufs traurige Lager, um beide Schlang sie den zitternden Arm, ich hob in den meinen empor dich, Daß sie dir küßte die Stirn und heiße Thränen benetzten Die hochklopfende Brust, der Töchter Wangen entströmend. Leis vermochte sie da, mit schwankender Stimme, die Worte Nur zu sprechen, sie grub im Busen tiefer der Schmerz mir: „O. Simaitha! du weißt's, zur Magd bestimmt...
Page 60 - Schmerz sich nur von des Busens Schweigendem Heiligthum , wo er einst ein Gott uns geworden, D.em wir die herrlichsten Opfer , die theuersten, Freude und Hoffnung Lange geweihet! und stürzt die Zeit auch den traurigen Altar; Ehrt das geheilete Herz noch still was einst ihn geheiligt. Einen Freund hesals ich, als kaum mir Rosiger Nebel zerflois.
Page 127 - Morgenröte begegnend; Doch nicht also heut'; des Herzens heftige Regung Sie verschlingt, wie des Meers empörte Wellen des Mondes Heitern Abglanz, mir der Natur erfreuliches Schauspiel, Dich nur sucht' ich anjetzt, ich sehe dich nur allein hier, i^o Siehe!
Page 152 - Band aus blutender Brust mir. Auch der Freundschaft Hand berührt die verwundete schmerzlich, Alles schwanket um mich, je näher mir der Entscheidung Banger Augenblick schwebt, und fest steht nur der Entschlufs mir. Also sprach sie bewegt, ihr schluchzt an dem Busen die Freundin, Und atill weinend hielten sich lang
Page 4 - Traute Gespielinnen dort, im dämmernden Schatten versammelt, Zum gewohnten Gespräch , die gern es mit Frag' und Erzählung Oft verlängern, ich meyne, sie halten auch heute zurück uns, Bis die schweigende Nacht auf thauigten Flügeln herabsinkt. Also sprach, holdlächelnd, zur Schwester die schöne Simaitha, Sie , die Erstgebohrne , der Liebling des alternden Vaters; Denn ein jugendlich Bild der frühbetrauerten Gattin, Welche der Tod ihm entrifs, war jetzt die treffliche Jungfrau, £rnst...
Page 86 - Besiegt durch die mächtige Goldgier Reicht er der Schwester die Hand. Am Tage, welcher dies Bündnifs Festlich auf immer zu knüpfen bestimmt war, rifs auch die Arme Zu den trauernden Schatten hinab ihr dunkles Verhängnifs. Also erzählte Filemos, als heftig schluchzend , Likoris 96 Mit dem weiten Gewand umhüllend, leimt...

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