Über Lesen und Bildung: Umschau und Ratschläge

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Leuschner & Lubensky, 1900 - Books and reading - 369 pages
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Popular passages

Page 21 - Leser erhält durch die Zeitung nicht blosz den Stoff. sondern den Stoff in einer bestimmten Form und Fassung, begleitet von einem entschiedenen, wenngleich anonymen Urteil. . . . Und mag sich ein eifriger Zeitungsleser noch so sehr und so lange...
Page 41 - Thuns seine Hauptanlagen hinweisen, er würde dann den Lebenskreis prüfen innerhalb dessen er zu wirken hat, er würde nach den öffentlichen Aufgaben spähen die ihrer Lösung harren: und aus der Vergleichung der allgemeinen Lage mit seiner individuellen Leistungsfähigkeit würde er zur Wahl und Begrenzung der Ziele gelangen, für die er seine Existenz einzusetzen bereit wäre. Hat er sich...
Page 225 - Turm auf, Uralt mächtiges Lied rauscht ihm die Donau hinan. Und so wirst du bestehn, was auch die Zukunft dir bringe — Dir und der heimischen Flur, die dich umgrünt und umblüht. Sieh, es dämmert der Abend, doch morgen flammt wieder das Friihrot — Und bei fernem Geläut segnet dich jetzt dein Poet.
Page 20 - Vieles davon ist brauchbar für unser Leben und unsere Bildung? Wie Vieles nährt das heilige Feuer der Humanität? Und wie Vieles schmeichelt unseren schlimmeren Neigungen und Trieben? Man sage nicht, dasz hier nur das Angebot der Nachfrage entspreche; die Nachfrage hätte zurückgedrängt werden können, wäre das Angebot nicht so eifrig gewesen.
Page 41 - Denke ich mir einen Menschen, der in blühendem Jugendalter sich zum höchsten Bewußtsein über sich selbst zu erheben vermöchte, so würde er den Stand und das Maß seiner Kräfte sorgfältig überschlagen, er würde untersuchen, auf welche Gebiete menschlichen...
Page 225 - Ich bin ein Freund der Vergangenheit. Nicht daß ich etwa romantische Neigungen hätte und für das Ritter- und Minnewesen schwärmte — oder für die sogenannte gute alte Zeit, die es niemals gegeben hat, nur jene Vergangenheit will ich gemeint wissen, die mit ihren Ausläufern in die Gegenwart hineinreicht und welcher ich, da der Mensch nun einmal seine Jugendeindrücke nicht loswerden kann, noch dem Herzen nach angehöre. So fühl...
Page 211 - Ich bin nicht" dafür vorhanden, dass ich naturwahre Bauerngestalten mache; sondern ich schaffe Gestalten, wie ich sie brauche, um das darzustellen, was ich darzustellen habe.
Page 335 - Fall ist, so fürchte ich, dieß Verfahren würde, offenherzig in Grundsätzen ausgesprochen, eine umgekehrte Poetik geben, worin es hieße: das Dichten ist ein Mittel zum Versemachen; das Versemachen zum Reimen; das Reimen hilft wieder allerlei wunderliche Wörter und Redensarten an den Mann bringen, welches der letzte und endliche Zweck von allem ist.
Page 280 - Da nun die Poesie nichts anders ist, als das Leben selbst, gefaßt in Reinheit und gehalten im Zauber der Sprache...
Page 334 - Unstreitig können dergleichen Reime selbst im edlen Stil von sehr guter Wirkung sein, wenn sie selbst edel und wohlklingend sind, wie lichte Punkte die Hauptmomente des Gedankens hervorheben, und mit Notwendigkeit an ihrer Stelle stehen. Wiederum wirft der scherzende Dichter den Reim mit Fleiß auf barocke und niedrige Wörter, und läßt sich zum Scheine von ihm beherrschen, weil die poetische Form auf diese Art sich selbst drollig ironiert.

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