Die bezauberte Rose: romantisches Gedicht in drei Gesängen

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F. A. Brockhaus, 1824 - 182 pages
 

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Page 152 - Des Dichters Aug', in schönem Wahnsinn rollend, Blitzt auf zum Himmel, blitzt zur Erd' hinab, Und wie die schwangre Phantasie Gebilde Von unbekannten Dingen ausgebiert, Gestaltet sie des Dichters Kiel, benennt Das luft'ge Nichts und gibt ihm festen Wohnsitz. So gaukelt die...
Page 133 - Und als sie jetzt dem lieblichen Verlangen Der vollen Brust nicht länger widerstrebt, Und süß verschämt, mit rosenhellen Wangen, Mit Blicken, die ein trunkner Glanz belebt, Sich zitternd neigt, ihn freundlich zu umfangen, Und süß ihr Hauch auf seinen Lippen schwebt, Und, von der Gluth des Kusses tief entzündet, In ein Gefühl sein ganzes Leben schwindet: Wer dürfte da mit kaltem Herzen sagen, Es zieme nur dem thörichten Gemüth, Sein ganzes Glück für eine Gunst zu wagen, Die plötzlich...
Page 101 - O süßer Kelch voll Lieb' und Lust und Bangen, Den einmal nur das arme Glück uns schenkt, Wenn Brust an Brust, umfangend und umfangen, Und Mund an Mund und Seel' an Seele hängt, Und Gegenwart, Erinnrung und Verlangen In einen Kuß, in einen Hauch sich drängt! Vorbei, vorbei, du Bild voll bittrer Schmerzen, Du süßes Bild, du Fremdling meinem Herzen! 29. Ich hab' umsonst gestritten und gerungen, Ich hab' umsonst so lang und treu gedient!
Page 96 - Wie mancher Wahn, wie manche Wünsche steigen In ihm empor, wie wechseln Wang' und Blick! Die Hecke nur, sie trennt mit schwachen Zweigen Den Nahen jetzt von seinem ganzen Glück. Was hindert ihn, sie muthig zu ersteigen? Er steht, er naht, er bebt, er tritt zurück. Der einst gezagt, den Bach zu überspringen, Wie dürft' er jetzt durch jene Hecken dringen?
Page 134 - Welle schwimmt wie Gold, Doch sieht man bald, es sey ein heller Wagen, Den durch die Luft zwei rasche Greifen tragen. So nahten sie, und jedes Aug' erkannte An ihres Sternenschleiers .leichtem Wehn Und an dem Strahl, der um die Stirn ihr brannte, Mit banger Lust die Königin der Feen; Und neben ihr zur Rechten ließ Ianthe, Leontes sich zu ihrer Linken sehn, Sie, schlank und zart, im ew'gen Iugendlichte, Er männlich ernst, mit würd'gem Angesichte.
Page 98 - Da scholl vom Schloß aus silbernen Trompeten Durch's weite Thal ein feierlicher Klang, Der fern umher, wohin die Lüft' ihn wehten, Durch Berg und Thal, durch Hain' und Grotten drang. Rings schwiegen jetzt die Cymbeln und die Flöten, Der laute Tanz, der fröhliche Gesang, Und jeder Gast, vom hellen Ton getroffen, Schien schweigend jetzt ein schönres Fest zu hoffen.
Page 131 - Kron' ein holdes Haupt hervor, Und rings umher verwebt sich leis' und lose Der Blätter Grün zum weichen, seidnen Flor; Schon scheint der Thau, der hell am Kelch gehangen, Als Perlenschnur am weißen Hals zu prangen. Und als gemach der bunte Zauberreigen Von Duft und Klang verdämmert und verhallt, Steht zart und schlank, in ahnungsvollem Schweigen, Mit irrem Blick die blühende Gestalt. Man sieht die zarte Brust tief athmend steigen, Vom ersten Hauch des Lebens neu durchwallt; Bang regen sich die...
Page 138 - Liebe zu bereiten. ,01. 102. Denn kaum verläßt mit lächelnd schlauem Blicke Der letzte Gast den schönen Inselhain, Da lös't sich auch das Band der goldnen Brücke, Und senkt im Nu sich in den See hinein. Jetzt sind die zwei allein mit ihrem Glücke, Mit ihrer Lieb' und mit sich selbst allein; Kein Lauscher wird ihr zärtlich Flüstern hören, Ihr Lächeln sehn und ihre Küsse stören, Die Well...
Page 17 - Preis der rothen geben, Aus welcher hell des Gottes Flamme schlägt. So feuchten Glanz, solch glühend Liebesleben, So lauen Duft, der Sehnsucht weckt und hegt, Solch kämpfend Weh, verhüllt in tiefe Röthe, Ich acht' es süß, ob's auch verzehr
Page 119 - ... traurig nun auf jenes Zauberbild Die holden Fraun, die edlen Ritter sehen, Und selbst Astolf die Thränen nicht verhüllt, Da hörte man ein Säuseln und ein Wehen, Wie wenn die Fluth von leisen Wogen schwillt, Auf Lüften schien und Wellen, wie vom weiten, Mit süßem Klang dies Wort heranzugleiten: 65.

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