Gestalten und Wandlungen schweizerischer Dichtung: zehn Essays

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Amalthea-Verlag, 1922 - Swiss literature - 302 pages
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Page 302 - Ihre Krone ist die Liebe. Nur durch, sie kommt man ihr nahe. Sie macht Klüfte zwischen allen Wesen, und alles will sich verschlingen. Sie hat alles isoliert, um alles zusammenzuziehen. Durch ein paar Züge aus dem Becher der Liebe hält sie für ein Leben voll Mühe schadlos.
Page 303 - Es war die hingebende Liebe an alles Gewordene und Bestehende, welche das Recht und die Bedeutung jeglichen Dinges ehrt und den Zusammenhang und die Tiefe der Welt empfindet.
Page 295 - Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt, Dem Turme geschworen, Gefällt mir die Welt. Ich blick in die Ferne, Ich seh in der Näh, Den Mond und die Sterne, Den Wald und das Reh. So seh ich in allen Die ewige Zier, Und wie mir's gefallen, Gefall ich auch mir.
Page 108 - Gustav Aschenbach war der Dichter all derer, die am Rande der Erschöpfung arbeiten, der Überbürdeten, schon Aufgeriebenen, sich noch Aufrechthaltenden, all dieser Moralisten der Leistung, die, schmächtig von Wuchs und spröde von Mitteln, durch Willensverzückung und kluge Verwaltung sich wenigstens eine Zeitlang die Wirkungen der Größe abgewinnen.
Page 146 - Materie, Möglichkeit des Ergusses - bis zum Gedanken, zum Bilde, zum Worte, zur Zeile: welch Ringen! welch Leidensweg! Wunder der Sehnsucht waren seine Werke, der Sehnsucht nach Form, Gestalt, Begrenzung, Körperlichkeit, der Sehnsucht hinüber in die klare Welt des anderen, der unmittelbar und mit göttlichem Mund die besonnten Dinge bei Namen nannte.
Page 24 - Zukunft so weit zu verstärken und zu verschönern, daß die Leute noch glauben können, ja, so seien sie und so gehe es zu! Tut man dies mit einiger...
Page 206 - Die Welt ist mir unendlich schöner und tiefer geworden, das Leben ist wertvoller und intensiver, der Tod ernster, bedenklicher und fordert mich nun erst mit aller Macht auf, meine Aufgabe zu erfüllen und mein Bewußtsein zu reinigen und zu befriedigen, da ich keine Aussicht habe, das Versäumte in irgend einem Winkel der Welt nachzuholen.
Page 117 - Ich hör' ein Lied - mein Lied - der Sehnsucht schweres Lied... Girolamo, erkennt Ihr mich noch nicht? Wohin die Sehnsucht drängt, nicht wahr? dort ist man nicht, - das ist man nicht. Und doch verwechselt der Mensch den Menschen gern mit seiner Sehnsucht.
Page 141 - ... je me sers de la forme de la nouvelle historique purement et simplement pour y loger mes experiences et mes sentiments personnels, la preferant au Zeitroman parce qu'elle me masque mieux et qu'elle distance davantage le lecteur.
Page 107 - Fiore: Du bist kein Held; du bist nur stark. Und du langweilst mich. Piero: Nur stark? Nur stark? Ist denn, wer stark ist, kein Held?! Fiore: Nein. Sondern wer schwach ist, aber so glühenden Geistes, daß er sich dennoch den Kranz gewinnt, — der ist ein Held.

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