Reisebriefe von Felix Mendelssohn Bartholdy: aus den Jahren 1830 bis 1832

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Mendelssohn, 1862 - Europe - 340 pages
 

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Page 8 - Das bewegt aber gar nichts; das macht nur Staunen; das ist grandios", und dann brummte er so weiter, und fing nach langer Zeit wieder an : „Das ist sehr groß, ganz toll, man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein; und wenn das nun alle die Menschen zusammen spielen!
Page 9 - Ich habe übrigens viel Lebensart, und ließ gestern fragen, ob ich nicht doch vielleicht zu oft i88 käme. Da brummte er aber Ottilie an, die es bestellte, und sagte: „Er müsse erst ordentlich anfangen mit mir zu sprechen, denn ich sei über meine Sache so klar, und da müsse er ja vieles von mir lernen.
Page 4 - Geistreichtum und den Subskriptionen und der Krankenpflege, die er ganz besonders zu hassen scheint; forderte mich auf, auch mit loszuziehen; und da ich mir das nicht zweimal sagen ließ, so wurde er erst wieder ganz wie sonst und dann noch freundlicher und vertraulicher, als ich ihn bis jetzt kannte. Da ging's denn über alles her. Von der Räuberbraut...
Page 5 - Tisch ein, und ich spielte ihm abends viel vor. . . . Da ich Goethe gebeten hatte, mich Du zu nennen, ließ er mir den folgenden Tag durch Ottilie sagen, dann müsse ich aber länger bleiben als zwei Tage, wie ich gewollt hätte, sonst könne er sich nicht wieder daran gewöhnen. Wie er mir das nun noch selbst sagte und meinte, ich würde wohl nichts versäumen, wenn ich etwas länger bliebe, und mich einlud, jeden Tag zum Essen zu kommen, wenn ich nicht anderswo sein wollte; wie ich denn nun bis...
Page 77 - Greeo sitzen sieht. Ich gehe auch fast nie hin, weil mich zu sehr vor ihnen und ihrem Lieblingsort graut. Das ist ein kleines, finsteres Zimmer, etwa acht Schritt breit, und auf der einen Seite der Stube darf man Tabak rauchen, auf der andern aber nicht. Da sitzen sie denn auf den Bänken umher, mit den breiten Hüten auf, große Schlächterhunde neben sich, Hals, Backen, das ganze Gesicht mit Haaren zugedeckt, machen einen entsetzlichen Qualm (nur auf der einen Seite des Zimmers), sagen einander...
Page 8 - An den Beethoven wollte er gar nicht heran; ich sagte ihm aber, ich könne ihm nicht helfen, und spielte ihm nun das erste Stück der c-moll-Symphonie vor. Das berührte ihn ganz seltsam. Er sagte erst: Das bewegt aber gar nichts, das macht nur staunen; das ist grandios!
Page 4 - Äußern unverändert, anfangs aber etwas still und wenig teilnehmend; ich glaube, er wollte mal zusehen, wie ich mich wohl nehmen möchte; mir war es verdrießlich, und ich dachte, er wäre jetzt immer so. Da kam zum Glück die Rede auf die Frauenvereine in Weimar und auf das Chaos, eine tolle Zeitung, die die Damen unter sich herausgeben, und zu deren Mitarbeiter ich mich aufgeschwungen habe.
Page 201 - ... auch gar nicht, was Du von Deinen Versen anders wolltest. Ist es von innen heraus für die Natur und die Musik gefühlt, so sind die Verse musikalisch, wenn sie sich auch im Tertbuch noch so hinkend ausnehmen; schreib dann meinethalben Prosa — wir wollen es schon eomponiren.
Page 328 - Verlust ist eine Nachricht, die Einen wieder so arm macht! Wie anders sieht das Land aus ! Es ist so eine von den Botschaften, deren ich manche schon hier bekommen habe, die mir nun beim Namen Paris immer einfallen werden, und deren Eindruck mir durch alle Freundlichkeit, alles Sausen und Brausen, und das ganze lustige Leben hier nicht verlöschen wird.
Page 275 - Am meisten gefiel es mir, daß die Königin nach der Phantasie mir sagte: das wäre ja sonderbar, ich risse Einen ordentlich mit fort, und man könnte bei der Musik ja an nichts anderes denken; worauf ich um Entschuldigung bat, wegen des Fortreißens.

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