Anthropologie, die Lehre von der menschlichen Seele

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1860
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Page 239 - Zusammen, sogleich nothwendig, und nicht bloss möglich. Die Ursachen liegen nicht in Tendenzen oder Trieben. Denn keine Qualität eines realen Wesens ist mangelhaft, bedürftig, und in irgend einem Uebergange begriffen. Die Ursachen liegen nicht in besondern Kräften. Sondern die Wesen, ganz und ungetheilt wie sie sind, werden Kräfte, oder sind insofern Kräfte, inwiefern sie mit andern von entgegengesetzter Qualität zusammen sind.
Page 327 - ... sie zur persönlichen Einheit mit einem Körper verbunden ist, die materielle allein klar empfindet, dagegen als ein Glied der Geisterwelt die reinen Einflüsse immaterieller Naturen empfängt und ertheilt, so dass, sobald jene Verbindung aufgehört hat, die Gemeinschaft, darin sie jederzeit mit geistigen Naturen steht, allein übrig bleibt, und sich ihrem Bewusstsein zum klaren Anschauen eröffnen müsste.
Page 350 - Übergewicht gegeben; einige wenige haben diese Art zu denken, und viele wollen sie zu haben scheinen; diese machen das Geschrei und geben den Ton; der größte Haufe schweigt und verhält sich gleichgültig, und denkt bald so, bald anders, hört beim hellen Tage mit Vergnügen über die Gespenster spotten, und bei dunkler Nacht mit Grausen davon erzählen.
Page 100 - Reflexibilität desselben; denn „in Wahrheit ist die Idee der Seele, dh die Idee der Idee, nichts anderes als die Form der Idee, insofern sie als ein Modus des Denkens, ohne Verhältniss zum Objecte, betrachtet wird; denn sobald jemand etwas weiss, weiss er eben damit, dass er es wisse, und zugleich weiss er, dass er das wisse, was er weiss, und so ins Unendliche fort".
Page 131 - Fürsichsein der Vernunft nicht erfasst oder ebenso sehr, dass diese sich nicht zur vollen Manifestation im Wissen gebracht hat". Sie ist „nur insofern die unendliche, als sie die ewige Bewegung ist, die Unmittelbarkeit aufzuheben, sich selbst zu begreifen und Wissen der Vernunft zu sein". Die Endlichkeit des Geistes...
Page 543 - Wesen zu herrschen. Einem genau bestimmten Plane streben die instinctartigen Handlungen in allen Individuen derselben Gattung überall mit derselben unveränderlichen Nothwendigkeit zu, und doch sind sie nicht blos der Ablauf eines Mechanismus, dem jede psychische Bestimmung fehlt. Denn wie fest bestimmt auch im Allgemeinen das Verfahren dieser räthselhaften Triebe ist, so sehen wir doch nicht selten die Thiere in der Auswahl ihrer Mittel Rücksicht auf die veränderliche Lage der Umstände nehmen,...
Page 327 - ... noch bewiesen werden, daß die menschliche Seele auch in diesem Leben in einer unauflöslich verknüpften Gemeinschaft mit allen immateriellen Naturen der Geisterwelt stehe, daß sie wechselweise in diese wirke und von ihnen Eindrücke empfange, deren sie sich aber als Mensch nicht bewußt ist, solange alles wohl steht.
Page 427 - Darstellung trägt, mehr als alles jedoch die vollkommene Ähnlichkeit in dem ganz eigentümlichen Hergang und Beschaffenheit der angeblichen Erscheinungen, so weit auseinander auch die Zeiten und Länder liegen mögen, aus denen die Berichte stammen.
Page 126 - Kunstwerke der Seele" geworden ist (I, §. 319fg«; H, §. 406-411). Die dergestalt leiblich verwirklichte Seele ist dadurch nun zugleich zum „einzelnen Subjecte" geworden. „Durch diese erste Einbildung des Seins in sich hat der Geist, da er es sich entgegengesetzt, es aufgehoben und als das seinige bestimmt hat, die Bedeutung der Seele verloren und ist Ich
Page 130 - frei" und „absolut selbständig", aber „vermöge der Negation seiner Unmittelbarkeit und Begierde" ist es zugleich darin „allgemein und objectiv", indem es die andern Selbste anerkennt und von ihnen sich anerkannt weiss; — was die „Substanz ist jeder wesentlichen Geistigkeit, der Familie, des Vaterlandes, des Staats, sowie aller Tugenden" usw Die einzelnen sind zugleich als „ineinander scheinende" in diesem allgemeinen Selbstbewusstsein gesetzt. „Aber ihr Unterschied in dieser Identität...

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