Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete der indogermanischen Sprachen, Volume 28

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Adalbert Kuhn
Vandenhoeck und Ruprecht, 1887 - Indo-European philology
 

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Page 302 - Die Sprachen sind Naturorganismen, die, ohne vom Willen des Menschen bestimmbar zu sein, entstanden, nach bestimmten Gesetzen wuchsen und sich entwickelten und wiederum altern und absterben; auch ihnen ist jene Reihe von Erscheinungen eigen, die man unter dem Namen „Leben
Page 300 - Theorie nimmer erkennen lässt, und nur derjenige, welcher sich für immer lossagt von jener früherhin weit verbreiteten, aber auch jetzt noch anzutreffenden Forschungsweise, nach der man die Sprache nur auf dem Papier betrachtet, alles in Terminologie, Formelwesen und grammatischen Schematismus aufgehen lässt und das Wesen der Erscheinungen immer schon dann ergründet zu haben glaubt, wenn man einen Namen für die Sache ausfindig gemacht hat...
Page 300 - ... und das wesen der erscheinungen immer schon dann ergründet zu haben glaubt, wenn man einen namen für die sache ausfindig gemacht hat: — nur der kann zu einer richtigen vorstellung von der lebens- und umbildungsweise der sprachformen gelangen und diejenigen methodischen...
Page 306 - Doch sind in dieser reserve einige von uns, zu denen ich mich rechnen darf, von jahr zu jahr strenger geworden. Ich bin weit entfernt davon, zu behaupten, die consequenzen des Leskienschen satzes seien von uns gleich von anfang an in der praxis stets in der schärfe gezogen worden, wie es sich gehört hätte. Auch hier gilt: nihil in natura per saltum".
Page 300 - ... für die sache ausfindig gemacht hat: — nur der kann zu einer richtigen vorstellung von der lebens- und umbildungsweise der sprachformen gelangen und diejenigen methodischen principien gewinnen, ohne welche man überhaupt bei sprachgeschichtlichen forschungen keine glaubwürdigen resultate erreichen kann und ohne welche im besonderen ein vordringen in die hinter der historischen sprachüberlieferung zurückliegenden zeiträume einer meerfahrt ohne compass gleicht.
Page 96 - MS. 1*) ; amal ro-nd-gab proximitas in ad (as proximity is [implied] in [the preposition] ad), Sg. 217* 2 ; pi. 3, amal ro-nd-gabsat in-optit (as they are in the optative), Sg. 190b 6. Zimmer's explanation of such forms (Kelt. Studien, ii. 64, note) seems to me both ingenious and probable.
Page 302 - Dieser fall ist sehr lehrreich, denn er zeigt, dass es vom übel ist deutungen gegen die lautgesetze zu unternehmen; ein punkt, gegen den so viel und so oft verstossen wird, weil es den meisten schwerer ankömmt einzugestehen: »das weiss ich noch nicht« als eine sünde gegen die sprachwissenschaftliche méthode zu begehen
Page 307 - Aber was soll das heissen, dass Schmidt nun schon seit Jahren bemüht ist, die geringfügige differenz zwischen sich und vielen seiner mitforscher zu einem gewaltigen gegensatz aufzubauschen, als ob er der einzig gerechte sei und die ändern nichts oder wenig taugten? Ich bitte Schmidt, er werde toleranter !
Page 304 - Die Veränderung der Laute, die wir in beglaubigter Sprachgeschichte beobachten können, vollzieht sich nach festen Gesetzen, welche keine andere als wiederum gesctzniässige Störung erfahren.
Page 304 - Die gedruckt vorliegenden lautgeschichtlichen untersuchungen Schleichers müssen zeigen, ob Schmidt recht hat oder nicht. Da braucht man sich nicht lange umzusehen, um zu erkennen, dass zwischen Schleichers verfahren und dem von Leskien und uns anderen jüngeren die wesentlichsten unterschiede bestehen, dieselben, die uns heute von Curtius trennen« (s. 131). Er führt dann aus Schleichers und meinen früheren schriften fälle an, in welchen einer von uns ausnahmen von den lautgesetzen zugelassen...

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